von Hans Peter Dieterich

Hessisch für Anfänger

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Alljährlich zieht das Feuerwerksspektakel „Rhein in Flammen“ an verschiedenen Orten des Flusses viele begeisterte Schaulustige an. Stets aufs Neue gibt man sich gerne dem pyrotechnischen Zauber hin,

Alljährlich zieht das Feuerwerksspektakel „Rhein in Flammen“ an verschiedenen Orten des Flusses viele begeisterte Schaulustige an. Stets aufs Neue gibt man sich gerne dem pyrotechnischen Zauber hin, der den Rhein in ein magisches Licht taucht.

Einen ganz anderen Bezug hat die mundartliche Redensart „De Maa brennt“ oder in der verstärkenden Version „Feuer, de Maa brennt“. Es ist der scherzhafte Ausruf, der etwas Unmögliches kommentiert. Etwas ist so unglaubhaft, dass es erst eintritt, wenn Wasser brennt, also am Sankt-Nimmerleins-Tag. Das Frankfurter Wörterbuch erläutert mundartgerecht, wenn „e Frankforter was erzehlt krieht, was schwer odder gar net ze gläwwe is, so rieft err ‚Feuer, der Maa brennt‘“. Das Bild vom brennenden Wasser kannte man bereits im Mittelalter, und auch andere Mundarten verwenden es. „Fuirio, der Necker brennt“, lautet beispielsweise die schwäbische Variante.

Jemand, der im lauten und ernsten Ton gerufen wird, fragt oft zurück: „Wo brennt’s denn?“ Beim klirrenden Geräusch von zerschellendem Geschirr und dem unmittelbar folgenden gellen Schrei aus der Küche, erwarten wir, dass eines der geliebten Porzellan-Erbstücke zu Bruch ging. Liegen dann die Scherben eines zum Trinkglas umfunktionierten Senfgefäßes auf dem Fliesenboden, könnte einem ob des kleinen Missgeschicks nur ein mitleidiges „Feuer, de Maa brennt“ entschlüpfen. Ähnliches drückt die Redensart „Viel Lärm um nichts“ aus, die sich von dem Titel der Shakespeare-Komödie herleitet.

Das Buch: Hans Peter Dieterich „Hessisch für Anfänger“, Societäts Verlag, 12,80

(hpdie)

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