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Liebe zum Saft

Die Deutschen sind längst Weltmeister – nur eben nicht im Fußball, der ihnen momentan leider den Blick aufs Wesentliche verstellt. Sondern im Safttrinken.

Die Deutschen sind längst Weltmeister – nur eben nicht im Fußball, der ihnen momentan leider den Blick aufs Wesentliche verstellt. Sondern im Safttrinken.

Das zumindest will der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie vorurteilsfrei herausgefunden haben und untermauert das durch die eindrucksvolle Zahl: 32,2 Liter Saft hat jeder Deutsche im vergangenen Jahr getrunken. Das verblüfft. Erinnert sich doch mancher selbst bei scharfem Nachdenken nur an die literweise konsumierten Getränke „Gerstensaft“ und „vergorener Traubensaft“, die meistens anders genannt werden. Aber immerhin sind viele, die Alkohol trinken, voll im Saft oder schmoren im eigenen – das zählt vielleicht auch schon.

Eigentlich kommt die Liebe der Deutschen zum Saft jedoch nicht überraschend. Schließlich lässt Goethe schon den Mephisto im Faust sagen: „Blut ist ein ganz besonderer Saft“ – macht also den Saft zum Lebenselixier. Die Redewendung „ohne Saft und Kraft“ zeigt ebenfalls, dass diese beiden wichtigen Dinge gleichgesetzt werden. Saftige Rechnungen gehören in Deutschland zum Alltag. Und viele Bundesbürger können sich sogar im Berufsleben nicht von ihrer Liebe zum Saft lösen. Denn sie arbeiten nach eigener Auffassung in einem Saftladen.

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