+

Pianissimo

Masterplan B

  • schließen

„Mach nur einen Plan, sei ein großes Licht. Mach noch einen zweiten Plan, geh’n tun sie beide nicht“, spottete einst Bertolt Brecht. Aber heute hätte er Unrecht.

„Mach nur einen Plan, sei ein großes Licht. Mach noch einen zweiten Plan, geh’n tun sie beide nicht“, spottete einst Bertolt Brecht. Aber heute hätte er Unrecht. Denn der Plan wurde umgeplant – zum Masterplan.

So stellen etwa Horst Seehofer oder Tarek Al-Wazir nicht mehr Pläne, sondern gleich Masterpläne vor. Das ist beeindruckend, wirft aber auch Fragen auf. Ist der Masterplan allen Plänen übergeordnet? Die Mutter aller Pläne? Setzt er ein Masterstudium voraus? Oder wird er allein dadurch zum Masterplan, dass der Planer sich für den Master hält? Das würde zum Selbstbewusstsein von Politikern grundsätzlich passen. Müsste aber vermutlich dann bald noch erweitert werden zum „Master of the Universe“-Plan.

Gar nicht erst eingeplant wird im Masterplan das Scheitern. Denn das ist etwas für zaudernde Geister, die mit ihrer Selbstkritik stets unterhalb der Masteroberfläche bleiben. Sollte es aber trotzdem oberflächlich so wirken, als sei der Masterplan nicht ganz aufgegangen (Wahldebakel, Krieg verloren, Firma zerstört, Weltuntergang), wurde der Master beim perfekten Plan bestimmt nur unterbrochen. Oder er hat seinen Anhängern bewusst einen Bärendienst erwiesen. In diesem Fall handelt es sich um den Masterplan Bärendienst – oder wie Profis bald sagen: Masterplan B.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare