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Möbel ohne Bücher

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Der Untergang des Abendlandes beginnt offenbar dort, wo es zunächst niemand vermutete: in Schweden! Denn das von dort stammende Möbelhaus Ikea hat sich vom Kulturgut Buch abgewandt.

Der Untergang des Abendlandes beginnt offenbar dort, wo es zunächst niemand vermutete: in Schweden! Denn das von dort stammende Möbelhaus Ikea hat sich vom Kulturgut Buch abgewandt.

So stellt das Fachmagazin Buchreport empört fest, dass im neuen Ikea-Katalog literarische Werke nur eine nebensächliche Rolle spielen. Angebliche Bücherregale enthielten lediglich Wollknäuel und Geschirr!

Das klingt grausam, lässt sich aber erklären. Schließlich sind Bücher für Möbelhäuser in vieler Hinsicht Konkurrenten. Wird doch für Buchrücken Pappe genauso gebraucht wie für billige Regale. Und wenn der Schmöker stabiler ist, stimmt die Statik nicht mehr.

Außerdem möchte der Katalog ja selbst der wichtigste Lesestoff sein – obwohl manche Leser des Schwedenmöbelkrimis von der Vielfalt der Protagonisten schier erschlagen sind und sich fragen, ob „Billy“ einst „Bonde“ verschwinden ließ und warum „Ivar“ im Keller gefangengehalten wird.

Für noch anspruchsvollere Leser aber bietet Ikea seine Gebrauchsanweisungen. Und mit deren Deutung wäre selbst das Literarische Quartett oft überfordert. Denn es handelt sich um die seltene Gattung der Inbusschlüsselromane.

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