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Ohne Stimme

Jede Stimme zählt, heißt es vor Wahlen. Und wie wahr das ist, merkt man erst, wenn die eigene Stimme weg ist – verstummt in diesem Fall durch die böse Diktatur einer Halsentzündung.

Jede Stimme zählt, heißt es vor Wahlen. Und wie wahr das ist, merkt man erst, wenn die eigene Stimme weg ist – verstummt in diesem Fall durch die böse Diktatur einer Halsentzündung.

Denn ohne Stimme fallen die beliebten Hobbys Jammern, Meckern und Lästern weg, das ist eine schwere Einschränkung der Lebensqualität. Allein gegen diesen Umstand bleibt nur der Protest. Der stumme Protest mit einem hier fälschlich stimmlosen „S“.

Zudem ist es ohne Stimme nicht möglich, diese zu erheben. Denn unsensible Mitmenschen reagieren leider nicht auf empörte Lippenbewegungen. Das würde einem die Stimme verschlagen, wenn man noch eine hätte.

Immerhin bleibt als Trost, dass das eigene Lautorgan nun etwas mit der Stimme der Vernunft gemeinsam hat. Schließlich ist auch diese oft nicht zu hören.

Kaum ist man aber wieder bei Stimme, soll man am Sonntag bei der Landtagswahl schon wieder seine Stimme abgeben. Aber das ist bitter nötig, wird diese doch von anderen dringend gebraucht. Denn die mit den Stimmverlusten reden nach der Wahl immer am meisten.

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