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Soziales Chamäleon

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Mancher fragt sich, warum seine Mitmenschen ihn nicht mögen. Dabei müsste er zur Lösung dieses Problems nur ein einfaches Prinzip befolgen: sie nachahmen.

Mancher fragt sich, warum seine Mitmenschen ihn nicht mögen. Dabei müsste er zur Lösung dieses Problems nur ein einfaches Prinzip befolgen: sie nachahmen.

Denn wie eine Studie der Universitäten Berlin und Leipzig ergab, machen sich „soziale Chamäleons“ schnell beliebt. Da reicht es schon, Ausdrücke oder Gesten der anderen zu übernehmen. Das leuchtet sofort ein, liebe nachahmenswerte Forscher – und „soziale Chamäleons“ wird in dieser Kolumne ein fester Begriff werden. Schließlich zeigen diese den Mitmenschen nicht nur: „Keine Angst, ich kann es auch nicht besser!“ Sondern auch: „Ich bin bereit, mich euch bedingungslos anzupassen.“ Und das vortäuschen zu können ist eine Kernkompetenz, ja sogar Voraussetzung für jede Art von Karriere.

Allerdings gibt es einen Haken: Sympathieträger wird der Nachahmer nur innerhalb seines eigenen Geschlechts. Eine Frau, die Herrenwitze erzählt, oder ein Mann, der den Kopf schief legt und mit einer Haarsträhne spielt, kann damit weit weniger punkten. Aber glücklicherweise haben viele bereits gelernt, beim Flirten die Nachahmung zu variieren: So ahmen sie nicht genau nach, was der andere tut. Sondern loben vielmehr das, was dieser an sich selbst toll findet. Und egal, wie Sie das beurteilen, liebe Leserinnen: Mir geht es genauso.

(rolfs)

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