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. . . was ein Phillumenist ist? Die Sammelleidenschaft teilt er mit dem Philatelisten, nur dass er es nicht auf Briefmarken, sondern auf Streichholzschachteln und deren Etiketten abgesehen hat.

. . . was ein Phillumenist ist? Die Sammelleidenschaft teilt er mit dem Philatelisten, nur dass er es nicht auf Briefmarken, sondern auf Streichholzschachteln und deren Etiketten abgesehen hat. Wie viele Streichholzschachtelsammler es in Hessen gibt, wissen wir nicht, aber die Zündholzfabrikation war gerade in Südhessen während des 19. Jahrhunderts fester Bestandteil des Erwerbslebens in der Darmstädter Gegend, im Odenwald und auch in Orten des Rhein-Main-Gebiets wie Groß-Gerau und Langen.

Wie sich die zündende Idee mit den Hölzchen auf Hessen auswirkte, ist sogar der „Chronik Hessens“ einen kleinen Beitrag wert, unter dem Titel „Hessens Zündhölzer lösen Feuerstein ab“. Natürlich haben die Hessen nicht die „Überallzünder“ mit der durch Reibung entflammbaren Zündmasse erfunden, aber zwei hessische Fabrikanten taten sich bei der Forschung und maschinellen Fertigung besonders hervor.

Der Moldenhauerweg in Darmstadt erinnert an den Chemiker Dr. Friedrich Moldenhauer, der aus dem Harz stammte, 1836 zur Firma Merck kam und an der Technischen Hochschule lehrte. Später stieg er in die Zündholzfabrikation ein und meldete 1847 seine Phosphor-Streichhölzer mit einer billigeren und beständigeren Zündmasse als Patent an.

Innovatives in der Fertigung leistete Ludwig Anton aus Aschbach bei Wald-Michelbach im Odenwald. Die Zündspäne für die Streichhölzer ließ er auf speziellen, von ihm entwickelten Hobelmaschinen herstellen.

Auch Ortsspitznamen spielen auf die Zündholzköpfchen an, zum Beispiel „Zimmner Schwäwwelkepp“ (Schwefelköpfe), „Streischhelzerbuuwe“ oder „Streischhelzerfresser“ für die Bewohner von Groß- und Klein-Zimmern bei Dieburg.

(hpdie)

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