Zabbe

In der Sprache der hessischen Winzer und Apfelweinkelterer ist „Zabbe“ (oder „Zappe“) die mundartliche Bezeichnung für den Zapfen, der in Form eines Pfropfens die Fassöffnung verschließt.

In der Sprache der hessischen Winzer und Apfelweinkelterer ist „Zabbe“ (oder „Zappe“) die mundartliche Bezeichnung für den Zapfen, der in Form eines Pfropfens die Fassöffnung verschließt. Statt „Zabbe“ hört man auch Spund, was in der folgenden Redensart vorkommt: „Am Zabbe wird gspard un am Spundloch leefd die Brih weg.“ In diesem Zusammenhang geht es, wenn „gezappt“ wird, ums Ausschenken von Getränken, zum Beispiel vom Stöffche.

Das Frankfurter Wörterbuch unterscheidet zwischen dem „Zabbe“ aus Holz und einem „Klowe“ (Kloben), der aus Metall gefertigt ist. In anderen Regionen spielt das Material keine maßgebende Rolle.

Mit dem Ausdruck „Mer is de Zabbe gange“ wechselt das Gegenständliche von Zapfen und Stopfen ins Bildhafte, was wir umgangssprachlich als Muffensausen kennen, also Angst oder Furcht. Wer möchte schon eine verbale Herausforderung wie diese unerwidert lassen: „Kumm her, wann de kaan Zabbe hoschd!“

Früher wurden die Kleidungsstücke an einer einfachen Wandleiste mit hölzernen Zapfen aufgehängt, auf deren spartanische Art ein Zitat aus dem Südhessischen Wörterbuch anspielt: „Ich hunn doogehockd wie en Aff uff em Zabbebrett.“ Die „Greetzabbe“ – spezielle „Zabbe“, die im „Zabbesäckelsche“ aufbewahrt werden –, konnten sich bislang gegen den Wäschetrockner behaupten. Wir nennen die „Gerätezapfen“ allerdings üblicherweise Wäscheklammer.

„Hessisch für Anfänger“

Das Buch von Hans-Peter Dieterich, erschienen im Societäts Verlag, 12,80

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