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Acht Preise für „Queen Bee“ Beyoncé

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Rihanna, zweite Siegerin des Abends.
Rihanna, zweite Siegerin des Abends. © Michael loccisano (GETTY IMAGES NORTH AMERICA)

Mit einem fast 20 Minuten langen fulminanten Medley ihres Hit-Albums „Lemonade“ stahl die Sängerin, die Ende Juli einen spektakulären Auftritt in der Frankfurter Commerzbank-Arena gehabt hatte, allen die Show.

Vor einem Jahr war es die Nacht von Pop-Sternchen Taylor Swift und Miley Cyrus als rotzfrecher Moderatorin mit immer knapperen Kostümen. Die neue Königin ist „Queen Bee“ Beyoncé. Die 34-jährige Sängerin zog mit elf Nominierungen ins Rennen und sahnte sensationelle acht Preise, darunter auch „Video des Jahres“, ab.

Fast 20 Minuten lang fegte sie in ihrem „Lemonade“-Medley über die Bühne, mal in weißen Federn, mal in schwarzem Lack, das Publikum tobte. Auch wusste sie ihren Auftritt politisch zu nutzen: Denn Beyoncé brachte neben Töchterchen Ivy (4) die Mütter von Männern wie Eric Garner und Trayvon Martin, prominente Opfer von Polizeigewalt, zu der Gala mit.

In ihrem Song „Formation“ thematisiert sie Rassismus und Polizeiwillkür gegen Schwarze. Zuletzt hatte die Sängerin, die sich seit Jahren gegen die Unterdrückung von Afroamerikanern engagiert, gemeinsam mit anderen Prominenten in einem Video die Polizeigewalt kritisiert und einen radikalen Wandel in der politischen Kultur der USA gefordert.

Es war aber nicht nur die Nacht von Beyoncé. Den Auftakt machte Rihanna, ganz in Pink, mit einer bunten Mischung von Hits wie „Don’t Stop The Music“ und „We Found Love“. Danach stand die 28-jährige R&B-Sängerin noch drei Mal live auf der Bühne, als müsse sie ihr ganzes Können beweisen. Belohnt wurde die aus Barbados stammende Sängerin („Work“) mit dem „Michael Jackson Video Vanguard Award“. Der Sonderpreis für besondere Verdienste wird in Erinnerung an den Videoclip-Vorreiter Michael Jackson vergeben.

Rapper Drake (29), der zuvor mit „Hotline Bling“ den Preis für das „Beste Hip-Hop-Video“ gewonnen hatte, kam denn auch mit einer rührenden Liebeserklärung. Er erinnerte sich an die erste Zusammenarbeit mit Rihanna. Schon mit 22 Jahren habe er sich in sie verliebt, sagte Drake. „Ich schaue zu ihr auf, auch wenn sie jünger ist“, schwärmte er auf der Bühne, bevor er der sichtlich gerührten Sängerin die Trophäe überreichte.

Mehr Rätsel gab Rapper Kanye West auf, der schon im vorigen Jahr auf der MTV-Bühne zwölf Minuten lang über alles Mögliche redete, mit dem Schlussakkord, er werde im Jahr 2020 als Präsident der Vereinigten Staaten kandidieren. Diesmal hatte er nur vier Minuten, aber Zeit genug, um die hohe Mordrate in Chicago anzuprangern, sein „Famous“-Video zu preisen und sich mit „seinen Vorbildern“ wie Steve Jobs und Walt Disney zu vergleichen.

Die Frau des Rappers, Kim Kardashian West, im vielleicht durchsichtigsten und am tiefsten ausgeschnittenen Kleid des Abends, kündigte auf der Bühne die „triumphale Rückkehr“ von Britney Spears an. Die frühere Pop-Prinzessin wagte sich nach knapp zehn Jahren erstmals wieder live auf die MTV-Bühne. Dort hatte sie schon oft für Schlagzeilen gesorgt.

2001 tanzte sie zu „Slave 4 U“ leicht bekleidet mit einer lebendigen Schlange um den Hals. Bei der Verleihung der MTV Video Music Awards im Jahr 2003 kam es zum leidenschaftlich Kuss-Austausch mit Madonna. Doch 2007 endete das versprochene „Comeback“ in einem ungelenken Auftritt in Glitzer-BH und Hot-Pants, der ihr bösen Spott einbrachte.

Spektakulär wie Rihanna und Beyoncé war Spears nicht, als sie sich im sexy Einteiler an der Seite von Rapper G-Eazy zu „Make Me“ auf der Bühne räkelte. Doch anerkennen muss man: Sie heizt dem Publikum immer noch ein wie bei ihrem MTV-Debüt 2000, als die damals 18-Jährige zu „Oops! I Did It Again“ einen gewagten Striptease hinlegte. Seither holte sie 28 Nominierungen und nahm schon fünf Mondmänner mit nach Hause.

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