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Gregor Dorfmeister schrieb den Roman ?Die Brücke?.

Nachruf

Autor des Antikriegsromans "Die Brücke" ist gestorben

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In seiner Heimatstadt Bad Tölz starb am Sonntagabend Gregor Dorfmeister (88). Gregor wer? Unter dem Pseudonym Manfred Gregor wurde Dorfmeister 1958 weltberühmt, als Autor des Antikriegsromans „Die Brücke“.

Bekannter als das Buch ist zugegeben bis heute dessen Verfilmung, 1959 durch den exzentrischen Regisseur Bernhard Wicki, der damit nicht nur einen „Golden Globe Award“ gewann, sondern auch für den Oscar nominiert worden war. Für die damals noch blutjungen Darsteller Fritz Wepper, Michael Hinz, Volker Lechtenbrink, Günter Pfitzmann und Cordula Trantow war „Die Brücke“ der Einstieg in große Schauspieler-Karrieren.

Der gerade mal 30-jährige Lokaljournalist Gregor Dorfmeister hingegen, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hatte, entschied sich anders: Obwohl in Hamburg das Magazin „Stern“ lockte, blieb er in Bad Tölz. Bis 1989, bis zu seinem Ruhestand, leitete er die Lokalredaktion „Tölzer Kurier“. Der Autor dieses kurzen Nachrufs war sein letzter „Lehrling“ (Volontär) und von 1997 bis 2011 sein Nachfolger.

In „Die Brücke“ hatte Dorfmeister seine eigenen Erlebnisse verarbeitet. Mit 16 war er in

den letzten Kriegstagen 1945 zum „Volkssturm“ einberufen worden und sollte eine Brücke über die Loisach gegen die heranrückende US-Armee verteidigen. Eine völlig sinnlose Verschwendung von Leben, sechs der sieben Jungen starben dabei.

Dorfmeister engagierte sich zeitlebens für behinderte

Menschen. Von 1981 bis 1997 war er Vorsitzender der Tölzer Lebenshilfe, ein Ehrenamt, das er in einem Rückblick als

seinen „Lebensinhalt“ bezeichnete.

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