Ein Bayer lobt die Romantik in den höchsten Tönen

  • VonUlrich Boller
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Bei den Weilburger Schlosskonzerten spielte Henrik Wiese exquisit den Solopart von Reineckes Flötenkonzert in der Schlosskirche.

Tief in der Romantik wurzelte der Komponist und Leipziger Gewandhauskapellmeister Reinecke. Sein spätes Flötenkonzert D-Dur opus 283, entstanden um 1908 in einem Ambiente künstlerischen Neubeginnens sondergleichen, summiert diese Stilepoche. Sie erscheint überreif in traditioneller Dreisätzigkeit. Einen idealen Interpreten fand das Werk in dem Soloflötisten des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Henrik Wiese sprang für den erkrankten Sébastian Jacot ein und gestaltete den Solopart souverän, mit unangestrengter Farbfülle. Seine leuchtende, variantenreiche Tongebung ging angenehm ins Ohr. Der unprätentiöse Solist zeigte sich vertraut mit der Tonsprache des Komponisten. Vorbildlich arbeitete er Details heraus, wusste melodische Bögen mit Geschmack zu zeichnen.

In eine robuste Geisterwelt führte die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz eingangs. Den Notentext gaben die Musiker unter Leitung Christoph Altstaedts ordentlich wieder, vom Zauber des Elfenkönigs Oberon teilte sich in Webers Ouvertüre indes kaum etwas mit. Vordergründig, geheimnislos im Piano, lärmend im Forte erklang sie. Homogener, gleichwohl glanzlos agierte das Orchester bei Mendelssohns Erster Sinfonie c-Moll opus 11. Ein sehr mäßiger Abend.

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