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„Baywatch“: am Strand von Malibu

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Von: Thomas Ungeheuer

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(L-R) Kelly Rohrbach as CJ Parker, Alexandra Daddario as Summer, Ilfenesh Hadera as Stephanie Holden, Dwayne Johnson as Mitch Buchannon, Zac Efron as Matt Brody and Jon Bass as Ronnie in the film, BAYWATCH by Paramount Pictures, Montecito Picture Company, FlynnPicture Co., and Fremantle Productions
(L-R) Kelly Rohrbach as CJ Parker, Alexandra Daddario as Summer, Ilfenesh Hadera as Stephanie Holden, Dwayne Johnson as Mitch Buchannon, Zac Efron as Matt Brody and Jon Bass as Ronnie in the film, BAYWATCH by Paramount Pictures, Montecito Picture Company, FlynnPicture Co., and Fremantle Productions © Photo credit: Frank Masi

Kalifornien bleibt Kalifornien, aber statt David Hasselhoff springt nun Dwayne Johnson rettend in die „Baywatch“-Fluten.

Wo man auch hinschaute, waren schöne Menschen zu bestaunen. Man brauchte zwischen 1989 und 2001 nur den Fernseher anzuschalten, schon waren in „Baywatch“ die wunderbar braungebrannten und überaus mutigen „Rettungsschwimmer von Malibu“ zu sehen. Gekleidet in schicke Shorts und Badeanzüge retteten sie in 240 Episoden unzählige Leben. Mit den Schauspielerinnen Pamela Anderson und Carmen Elektra sowie dem Sonnyboy David Hasselhoff wurde „Baywatch“ zur erfolgreichsten amerikanischen Serie. In ihrer besten Zeit hatte sie mehrere Millionen Zuschauer in über 140 Ländern.

Heute bilden andere die „Elite der Elite“ am Strand. Der charismatische Kopf der Rettungsschwimmer ist Mitch Buchannon (Dwayne Johnson). Dieser sympathische Muskelmann wird verehrt wie ein Star. Es gibt sogar einen Künstler, der an jedem neuen Tag eine überlebensgroße Skulptur aus Sand nach dessen Vorbild formt. Aber um die Zukunft der wackeren Rettungsschwimmer steht es nicht gut. Die Stadt hat ihnen die Gelder gestrichen. Deshalb will Mitchs Vorgesetzter Captain Thorpe (Rob Huebel) „neuen Wind in die Marke Baywatch bringen“. Und für genau diesen Wind soll der zweifache Goldmedaillengewinner Matt Brody (Zac Efron) sorgen. Zwar ist der Typ absolut durchtrainiert, aber so arrogant, dass er eigentlich nicht ins Team passt. Bloß was soll’s? Er schlägt bei spektakulären Aufnahmeprüfungen sämtliche Mitbewerber. So ist er auch mit dabei, als es darum geht, einen rätselhaften Mordfall aufzuklären, in den die diabolische Schönheit und reiche Immobilien-Händlerin Victoria Leeds (Priyanka Chopra) verwickelt zu sein scheint. Es geht um Drogen, viele Drogen . . .

Keine frische Brise

Wird es also richtig spannend in „Baywatch“? Nein, das nicht. Schließlich haben sich die Drehbuchautoren Damian Shannon und Mark Swift („Freddy Vs. Jason“, „Freitag der 13.“) keine allzu große Mühe gegeben, ihre Geschichte so zu konstruieren, dass man sich keine Gedanken über die Logik des Geschehens macht. Deswegen bleibt einiges unklar und ohnehin zu lieblos und nachlässig von Regisseur Seth Gordon („Kill the Boss“) inszeniert. Großes Gespür für anspruchsvolle Gags, die den mit viel Action angereicherten Plot auflockern sollen, haben weder die Autoren noch die Regie. Meist sind die Scherze flach, und des Öfteren verlaufen sie peinlich genau unter der Gürtellinie. Sinn für Selbstironie blitzt nur selten auf. Auf sorgfältig geschriebene und pointierte Dialoge hofft man fast vergeblich.

Nicht einmal die Kurzauftritte der einstigen „Baywatch“-Stars Pamela Anderson und David Hasselhoff sorgen für Erfrischung. Zu belanglos sind sie in den knapp zwei Stunden langen Film eingefügt. Was hier witzig wirken soll, ist lediglich ermüdend. Was bleibt, sind farbenfrohe, sonnendurchflutete Filmbilder, in denen man viele hübsche Figuren betrachten kann. Doch was sie tun, interessiert nur selten wirklich. Das Meer rauscht, während die Handlung dahinplätschert. Wenn die kleine Liebesgeschichte, die sich zaghaft zwischen dem schüchternen Rettungsschwimmer Ronnie (Jon Bass) und der charmanten Rettungsschwimmerin CJ (Kelly Rohrbach) entwickelt, mehr Platz eingenommen hätte, wäre „Baywatch“ vielleicht reizvoller geworden, aber nicht viel. Somit dürften Fans der Fernsehserie hoffnungslos enttäuscht von dieser langatmigen Actionkomödie sein, deren Szenen nicht unbedingt zu den originellsten des Genres gehören. Schwach

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