Im Casino gewinnt man Geld, aber keine Frauen

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Prokofjews Dostojewski-Oper „Der Spieler“ wurde am Frankfurter Opernhaus wieder aufgenommen. Harry Kupfer führte farbenfroh Regie.

Dass viel Geld – noch dazu ohne wirkliche Arbeit erlangtes – nicht glücklich macht, an dieser Erkenntnis konnte sich nicht nur derjenige trösten, der im Pausenfoyer seine letzten Euros am Sektausschank gelassen hatte. Auch zwanzig Mal hintereinander „Rouge“, eine wie ein Kartenhaus zusammengefallene Bank und 200 000 Franken im Sack können eine rassige Polina nicht an einen Kerl binden. Zumal zu befürchten steht, dass er der Spielbank weitere Besuche abstattet.

Dass die so selten zu erlebende Prokofjew-Oper vom „Spieler“ in Frankfurt so gut ankam und deshalb verdientermaßen jetzt wieder aufgenommen wurde, lag an der einfallsreichen Regie des guten alten Harry Kupfer, aber auch am sehr dichten und konsequenten Wirken des Opern- und Museumsorchesters, das von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle geleitet wurde. Die Musik Prokofjews drückt exakt die zerbrechliche, vom Streben nach Geld und Gut, aber auch von Schwächen und Selbstzweifeln geprägte Stimmung der Beteiligten aus. Der bankrotte General erhielt mit Andreas Bauer einen adäquaten Darsteller, Frank von Aken zeichnete einen kraftvoll zupackenden Hauslehrer Alexej, der an seinem Spielerglück zerbricht und über einem Haufen Banknoten dahinscheidet.

Sara Jakubiak gefiel in der Rolle der Geliebten Polina, Paula Murrhy gab eine galante Blanche. Nicht vergessen werden sollte in dieser äußerst personalintensiven Oper die Babuschka im Rollstuhl, bei geldlüsternen Verwandten immer für eine böse Überraschung gut. Hedwig Fassbender war diese dankbare Rolle auf den Leib geschneidert.

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