Kann?s noch: Sänger Brad Arnold von ?3 Doors Down?.
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Kann?s noch: Sänger Brad Arnold von ?3 Doors Down?.

Konzert in Offenbach

3 Doors Down: Sie lassen sich nicht unterkriegen

Mit Alternative-Rock-Hymnen über Verlierer, Gebrochene und Verlassene unterhielt die amerikanische Band „3 Doors Down“ in der Offenbacher Stadthalle.

Es geht doch nichts über ein feierliches Finale. Bei der letzten Etappe ihrer Deutschlandtournee blickt die amerikanische Alternative-Rock-Formation „3 Doors Down“ in eine bis zum Anschlag volle Mehrzweckhalle und trifft auf eine ausgelassene Anhängerschaft, die mit den einstigen Helden ihrer Jugendzeit ausgiebig feiern möchte: Praktisch jeder Song im 19-teiligen Set wird von Mitsingen, Klatschen und Tanzen begleitet.

Bei den Balladen zücken die Leute natürlich die Smartphones. Ein männlicher Besucher hält gar verbotenerweise ein brennendes Feuerzeug in die Höhe. Gelegentlich zieht im Graben zwischen Band und Publikum ein kräftiger Ordner den einen oder anderen Gast, dem flau im Magen geworden ist, aus der Menge. Oben im Rampenlicht stehen fünf Jungs in ihren Enddreißigern, allesamt in Jeans und T-Shirts gekleidete Durchschnittstypen, denen man bei näherem Hinsehen die Strapazen der vergangenen Wochen durchaus ansieht.

Wer glaubt, dass monatelanges Touren fern der Heimat ein Klacks wäre, unterhalte sich mal mit Bandmitgliedern und ihrem Stab! Zumal die letzten Jahre für „3 Doors Down“ ohnehin keine leichte Zeit waren. Als das muntere Quintett zuletzt in der Offenbacher Stadthalle gastierte, im Februar 2012, da gestaltete sich das Band-Line-Up noch etwas anders: Anstatt des jetzigen Sologitarristen Chet Roberts, dessen bärtiges Haupt ein Irokesenhaarschnitt ziert, agierte da noch sein nicht mit ihm verwandter Vorgänger, der im August 2016 mit 38 Jahren an einer Tablettenüberdosis verstorbene Matt Roberts. 2013 ersetzte Nachfolger Justin Biltonen den Bassisten Todd Harrell. Prinzipiell stand das Besetzungskarussell der 1996 im Provinzstädtchen Escatawpa, Mississippi, gegründeten Formation ohnehin nie still. Schlagzeuger Greg Upchurch übernahm 2006 seinen Stuhl von immerhin drei Vorgängern. Der allererste war der heutige Frontmann Brad Arnold, dessen markante Stimme diversen Hits seit dem Durchbruch mit dem Album „The Better Life“ (2000) das Charakteristische gab. Dass „3 Doors Down“ sich nicht unterkriegen lassen, zumal ja in den vergangenen Jahren auch der CD-Absatz merklich nachließ, demonstriert die mit Rhythmusgitarrist Chris Henderson komplettierte Truppe wie zum Trotz schon im Einstiegssong „Still Alive“ vom jüngsten Album.

Im Reißverschlussverfahren hält sich Hartmetallisches mit Balladeskem die Waage. Vor allem das Material aus dem aktuellen sechsten Album „Us And The Night“ leistet eindrucksvoll Überzeugungsarbeit: Ob ein gnadenloser Kracher wie „In The Dark“ oder das eher introspektive „The Broken“ – „3 Doors Down“ haben nicht verlernt, wie man Eingängiges ohne Anbiederung komponiert.

Ordnete die Band sich früher beim Post-Grunge ein, tendiert sie heute eher zum 70er-Retro-Stil. Doch sind es zweifellos die Hits aus der Frühzeit, „Loser“, „Duck And Run“, „It’s Not My Time“ sowie die Überhymne „Kryptonite“, die so richtig in Wallung versetzen. Auch das finale „When I’m Gone“ gehört in diese Kategorie.

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