Performance-Festival

Erkenntnisse am Wasserhäuschen

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Am Samstag eröffnet das „Implantieren“. Es ist auf fünf Wochenenden in Frankfurt, Offenbach und Hanau verteilt.

„Implantieren“ (1. bis 30. September) bietet lokalen Performance-Künstlern aus und um Frankfurt Auftrittsmöglichkeiten. Es geht um ortsspezifische Stadtforschung, die sich beim Ausloten künstlerischer Aktivitäten aufgedrängt habe, frei nach Clifford Geertz: in teilnehmender Beobachtung gemeinsam „abhängen“, um zu Erkenntnissen zu gelangen, und sei es am Frankfurter Wasserhäuschen. Begegnung und lebendige Urbanität am Kreuzpunkt von Leben und Denken, Gefühls- und Wahrnehmungswelten lauten die Stichwörter. Elf Performances werden aufgeführt.

55 Einzelaufführungen an 29 Orten umfassen drei Installationen, fünf Gespräche und Vorträge, zwei Workshops und zwei Partys. Es gibt Performances, Audiowalks, Konzerte, Führungen, Symposien. Bespielt werden Straßen, Plätze, S-Bahnen, die Schwanheimer Dünen, Museen, Parks, Kinos und Wohngebiete. Sechzig Künstler nehmen teil. Das Budget ist gering (70 000 Euro).

Fünf Wochenenden bieten Zeit für lokale Akzente. Die im Kern auswärtigen Wochenenden finden vom 7. bis 9. (Offenbach) und vom 20. bis 23. September (Hanau) statt. Darunter fallen das „OF-Projekt“ einer Stadtführung und das „Vernetzungstreffen (Master-) Planungen“ mit Anwohnern und Bürgerinitiativen. In Hanau der Tanzworkshop „Spacebox“ und eine S-Bahnfahrt Frankfurt-Hanau im Gedenken an 100 Jahre Frauenwahlrecht.

Im gleichen Zeitraum zeigt Andreas Radek „Flechtendekunde oder der moderne Prometheus“ in der Schwanheimer Düne (8. und 9.), während Susanne Zaun und Judith Altmeyer zur Late-Night-Show „Schlaflos in . . . Frankfurt“ laden (15. und 29.). Das Projekt „Fallhöhe“ nimmt sich den Blick-Sturz von der Götterhöhe der Banken zu den Opfern des Asphalts vor (21. –23.).

Los geht es am 1. September um 18 Uhr im Europaviertel (Madrider Straße). Ein „Audiowalk Wellwellness“ testet im Quartier am 1. und 2. die These, das neue internationale Viertel sei Frankfurts Wellnessbereich, und fragt, für wen die architektonische Blase konzipiert sei. Gleichfalls am 1. und 2. hält Jacob Bussmann mit Rahel Kesselring und Henrike Kohpeiß ein Konzert der „Sophisticated Songs“ – vorsokratische Texte in Liedform.

Die übrigen Wochenenden (14.–16., 29.–30.) bringen „Seltsame Dinge“: eine Recherche über das neue Unbehagen in der politischen Kultur (26., 29., 30.). Diskursformate versuchen, die Redebereitschaft von Wasserhäuschen-Kunden durch zuschauende Intellektuelle im Fluss zu halten (1. und 8.). Mal sehen, was dort wächst, wo es jetzt implantiert wird.

Performance-Festival

Vom 1. bis 30. September in Frankfurt, Offenbach und Hanau. Info: . Karten (frei bis 18 Euro): tickets@idfrankfurt.com. Kleine Kontingente – rechtzeitig bestellen!

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