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Mark Padmore, Tenor

Liederabend in der Frankfurter Oper

Aus dem Feenland der Lieder

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An der Frankfurter Oper gastierte der britische Tenor Mark Padmore mit göttlichen Kompositionen von Franz Schubert, Schumann und Brahms.

„Schöne Welt, wo bist du?“ fragte am Anfang der Zugabe singend Mark Padmore. Die Antwort war in diesem Fall eindeutig: Die Schönheit der Welt war für gut zwei Stunden in der Oper Frankfurt zu Hause. Eine zerbrechliche Schönheit allerdings, die nicht mit glänzender Oberfläche von allen dunklen Seiten dieser Erde ablenken will, sondern weise auch die Unvollkommenheit unserer Welt durchschimmern lässt. Genau davon erzählte die Zugabe: Franz Schuberts „Die Götter Griechenlands“, die er auf einen Text von Friedrich Schiller komponiert hat. Eine Gottheit – oder wie auch immer man Vollkommenheit umschreiben will – zeigt sich nicht. Aber: im „Feenland der Lieder“, wusste Schiller, kann man immerhin eine Ahnung davon bekommen.

Zunächst bezauberte der britische Tenor mit dem „Liederkreis“ op. 24 von Robert Schumann. Der findet hier scheinbar ganz natürlich die richtigen Töne für die Verse Heinrich Heines. Etwas gesuchter wirkten anschließend die Klänge, mit denen Johannes Brahms die feine Ironie Heines umspielt. Dabei präsentierte Padmore nicht nur seinen hellen, immer noch jugendlich strahlenden Tenor (und das mit Mitte 50), er wusste die Lieder auch beeindruckend zu gestalten. Eher zurückhaltend bei der kondensierten Melancholie Heines, dann aber auch aufbrausend, wenn im zweiten Programmteil Hugo Wolf in seinen Goethe-Liedern das Lob der Trunkenheit singt. Was übrigens dem Pianisten Simon Lepper Gelegenheit gab, den alkoholisierten Tumult in der Schenke hochvirtuos in kräftigen Farben auf dem Klavier zu schildern. Als erfahrenem Lieder-Pianisten war es ihm zuvor gelungen, mit nur wenigen Tönen die Stimmung der Goethe-Lieder von Franz Schubert zu zaubern. Zwei Briten, die sich deutscher Liedkunst widmen: einfach göttlich!

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