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Frau um die 50 sucht Mann fürs restliche Leben

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Von: Thomas Ungeheuer

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Die Künstlerin Isabelle (Juliette Binoche) sucht einen Mann. Doch findet sie nicht den Richtigen. Woran liegt?s? Ist sie zu selbstsicher, zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein oder zu nervig?
Die Künstlerin Isabelle (Juliette Binoche) sucht einen Mann. Doch findet sie nicht den Richtigen. Woran liegt?s? Ist sie zu selbstsicher, zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein oder zu nervig? © - (Pandora Film)

Der Film der Französin Claire Dennis ist nach einem Buch des Philosophen Roland Barthes entstanden und reflektiert das Zeitalter wechselnder Beziehungen.

Irgendwo in Paris muss doch das Glück in der Liebe zu finden sein! Im Bett mit dem Bankier Vincent (Xavier Beauvois) kann es die Malerin Isabelle (Juliette Binoche) keineswegs. Weder romantisch, noch sinnlich oder leidenschaftlich ist ihr Beisammensein. Für all das hapert es dem fantasielos plumpen Vincent an Feingefühl. Ein schlechter Liebhaber. Trotzdem ist Isabelle verliebt in den treulos verheirateten Mann. Doch sie wird ihm den Laufpass geben, denn er will seine Frau niemals verlassen.

Aber für die ebenso erfolgreiche wie attraktive Künstlerin muss es doch einen Menschen geben, der sie zu schätzen weiß. Ist es ein Schauspieler (Nicolas Duvaunelle)? Oder ist er, der geplagt von Selbstzweifeln zu viel Alkohol trinkt, sowieso nicht der Richtige? Zumindest verbringen die beiden eine wunderbare Nacht miteinander. Doch während sie nach mehr hungert, bereut er schon kurz darauf sein Handeln.

Wenig zu lachen

Isabelle muss weiter nach dem Mann suchen, der ihre Sehnsucht nach Geborgenheit erfüllt. Vielleicht kann es Sylvain (Paul Blain)? Aber der Mann aus einfachen Verhältnissen will sie nicht mal seinen Freunden vorstellen.

Mit „Meine schöne innere Sonne“ hat die französische Filmemacherin Claire Dennis („Les Salauds – Dreckskerle“) ihre erste Komödie gedreht. Inspiriert wurden die Autorenfilmerin und ihre Co-Autorin Christine Angot von Roland Barthes’ „Fragmenten einer Sprache der Liebe“ von 1977. Zu lachen gibt es somit recht wenig. Dafür steht das Scheitern von verschiedenen und vor allem kurzen Liebesbeziehungen zu sehr im Vordergrund. Allerdings gerät „Meine schöne innere Sonne“ auch nie wirklich tiefgründig. Sämtliche männliche Nebenfiguren, die in den aneinandergereihten Anekdoten ebenso schnell auftauchen, wie sie wieder verschwinden, erscheinen dafür etwas zu oberflächlich gezeichnet. Hier hätte mehr Sorgfalt beim Schreiben des Drehbuchs gut getan.

Aber auch die Figur von Isabelle ist auf merkwürdige Art unvollständig im Entwurf. So wird sie nur einmal beim Malen eines großformatigen Bildes gezeigt. Zudem wirkt die Szene, in der sie ihre Galeristin besucht, wie ein Fremdkörper in diesem Film. Einblicke in das Leben einer erfolgreichen Künstlerin wünscht man sich doch um einiges ergiebiger.

Viel zu reden

Und dass Isabelle eine 10-jährige Tochter hat, die oft bei ihrem Ex-Mann wohnt, wirkt fast wie eine Behauptung. Taucht sie doch nur einmal für wenige Sekunden im Bild auf. Was den dialoglastigen Film „Meine schöne innere Sonne“ dennoch erträglich macht, ist letztlich Juliette Binoche. Die 53-jährige Schauspielerin verkörpert ihre Figur auf erstaunlich natürliche Art. Ungemein lebendig, ausdrucksstark und facettenreich wirkt ihre Gestik und Mimik. Annehmbar

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