Was haben die Etrusker mit Ötzi gemein?

Es gab bereits viele Versuche, die etruskische Sprache bekannten südeuropäischen, orientalischen oder auch altanatolischen Sprachfamilien zuzuordnen – letztere passend zu Herodots Annahme einer lydischen Herkunft der Etrusker.

Es gab bereits viele Versuche, die etruskische Sprache bekannten südeuropäischen, orientalischen oder auch altanatolischen Sprachfamilien zuzuordnen – letztere passend zu Herodots Annahme einer lydischen Herkunft der Etrusker. Doch eine neuere Spur, die auf der 1998 aufgestellten und weitgehend anerkannten These des Etruskologen Helmut Rix basiert, führt nun kurioserweise in die Heimat von Ötzi.

Und so ist in Felix Randaus Kinofilm „Der Mann aus dem Eis“, der in der Jungsteinzeit vor mehr als 5000 Jahren in den Ötztaler Alpen spielt, tatsächlich eine rekonstruierte Form jener Sprache zu hören, die Rix als urzeitliche Verwandte des Etruskischen betrachtet: Die Rede ist von dem Rätischen, das später in jener alpinen Form des Vulgärlateins aufging, aus der die rätoromanischen Sprachen in der Schweiz und in Norditalien entstanden.

Sowohl die etruskische als auch die rätische Sprache wurden in altitalischen aus der griechischen Schrift entlehnten Alphabeten geschrieben und weisen Übereinstimmungen in der Grammatik und Namensschreibung auf, die nicht auf Zufällen beruhen können. Demnach bildet das Etruskische zusammen mit dem älteren

Rätisch und dem jüngeren Lemnisch auf der griechischen Insel Limnos die vor-indoeuropäische Tyrsenische Sprachfamilie, benannt nach der griechischen Bezeichnung „Tyrsenoi“ für die Etrusker.

Allerdings bestehen die rund 10 000 ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. überlieferten etruskischen Inschriften, abgesehen von wenigen lückenhaften Vertragstexten, zu 90 Prozent aus Namen und erlauben deshalb nur wenige detaillierte Einblicke in den Sprachbau und somit in das Verständnis des Etruskischen. got

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