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Zanda ?vede als Xerxes.

Wiederaufnahme

Bei Händels „Xerxes“ auf der Frankfurter Opernbühne schwebt die Liebe vom Himmel

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Die Frankfurter Oper startete in barockem Glanz ins neue Jahr: Händels „Xerxes“ wurde wieder ins Programm genommen.

Knapp zwei Jahre nach der umjubelten Premiere kehrt „Serse“, der liebestolle persische König, also wieder auf die Frankfurter Bühne zurück. Und kaum eine Arie kann ihn wohl besser bereits in den ersten Takten großformatig in Szene setzen, als jenes berühmte Larghetto „Ombra mai fù“ – diese verlockende Chance ließ bei der Wiederaufnahme auch die litauische Sopranistin Zanda Švede nicht verstreichen. Der Neuzugang im Ensemble brillierte mit weichem, hellen Timbre und machte zugleich klar, dass in dieser etwas skurrilen Handlung nicht alles so heiß gegessen werden sollte, wie es vielleicht auf der überdimensionalen Festtafel angerichtet worden war, die in den ersten Akten die Möblierung der Bühne ausmachte. Prunk und Glamour stehen nur vordergründig im Mittelpunkt, denn insgeheim haben Liebeskrankheit und Eifersucht längst Besitz über die überzeichneten Charakteren ergriffen. Dem Regisseur Tilmann Köhler dankte man diesen Einfall bereits in der Premiere, und auch diesmal wirkte eine passende Videoeinspielung frappierend, mit der man den Darstellern auch in den hinteren Stuhlreihen sehr nahe kam.

Während man am Dirigentenpult mit dem Griechen Constantinos Carydis auf den bereits bekannten Maestro der Premiere stieß, gab es im Ensemble einige neue Stimmen. Im Zentrum stand natürlich Zanda Švede in der Titelrolle. Als rivalisierender Bruder Arsamene wurde ihr in Lawrence Zazzo ein Countertenor zur Seite gestellt. Eine Rochade in der Besetzung nahmen Elizabeth Sutphen (Romilda) und Louise Alder (Atalanta) vor, die in der Premiere noch in der jeweils anderen Partie zu hören waren – dies ist Ausdruck einer besonderen Flexibilität und Hinwendung zur barocken Materie und diesem in mehrerlei Hinsicht außergewöhnlichen Bühnenwerk Händels. Katharina Magiera gefiel in der Rolle der Geliebten Amastre und mit Bozidar Smiljanic (Ariodate) und Thomas Faulkner (Elviro) waren auch zwei „echte“ Männerstimmen mit von der Partie. Dass man drei rundum erfüllte Stunden Barockoper erleben durfte, lag aber auch an dem ausgezeichnet inspirierten Opern- und Museumsorchester, das sich unter Carydis’ Leitung bereits in der Ouvertüre mit zartem Strich in Szene setzte. Zwischendurch wurde es immer wieder den klangvollen Arien eine musikalische Stütze. So war am Ende der Weg frei für ein echtes Happy End: Die wahren Liebhaber schweben vom Himmel auf die Erde der sich Liebenden herab, ein Kammerchor jubiliert und das dankbare Publikum quittiert alles mit starkem, ausdauernden Beifall.

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