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Die Zauberflöte

Mozarts Zauberflöte

Hätte man die Scherze nur verstehen können!

Sie wird auch in ihrem 20. Jahr an der Oper Frankfurt noch heiß geliebt, die familienfreundliche „Zauberflöte“ von Michael Sowa und Alfred Kirchner.

Wie im Premierenjahr 1998 staunten auch jetzt wieder zahlreiche fein gekleidete Zehnjährige mit ihren Freunden, Eltern oder Geschwistern über das tierische Kabinett Sarastros: Vom Spinnenmonster über den Schmetterlingssauger bis hin zum Kaffee servierenden Hasen. Wer die in den Himmel ragende Bibliothek und das finstere Katermaul-Höllentor noch mal erleben will, hat jetzt in der unwiederbringlich letzten Aufnahme die Gelegenheit dazu.

Allerdings lief musikalisch nicht alles glatt in der 161. Repertoire-Vorstellung. Stieg der erstmals mit der „Zauberflöte“ betraute Kapellmeister Simone Di Felice noch temperamentvoll und schlank in die Ouvertüre ein, wurde das rhythmische Auseinanderdriften von Sängern und Orchestergraben im Lauf des Abends ein echtes Problem. Das „Bald prangt, den Morgen zu verkünden“ zerfaserte heillos. In dieser Häufung entsprechen die Patzer nicht dem hohen Stand.

Viele Ensemble- und Opernstudiomitglieder überzeugten. Angela Vallone bezauberte als kindliche Pamina, die vom agilen Monostatos Theo Lebows unschicklich verfolgt wird. Als sonniger Lichtblick fungierte Opernstudio-Neuzugang Julia Moorman, in der ein würdiges, weibliches Pendant für den drolligen Papageno Iurii Samoilovs erwuchs. Der charmante Samoilov als gerupfter Gockel wäre der unbestrittene Liebling des Abends geworden, hätte man seine Scherze besser verstehen können. Das galt auch für den Einstand des Ensemble-Neuzugangs Matthew Swensen, der als druckvoller, aber klangschöner Tamino durchging. Auch Brandon Cedels „Sprecher“-Debüt überzeugte in dieser Hinsicht nicht.

Tadellos machte seine Sache dagegen Opernstudiomitglied Anatolii Suprun als Zweiter Geharnischter, während das Debüt der Drei Knaben, besetzt aus dem Kinderchor der Oper, mit Jacob Lewis, Karol Niewiadomski und Theodor Landes mit Unsicherheiten auffiel. Dafür sorgte Ambur Braid, neu im Ensemble, als hochdramatische „Königin der Nacht“ für Furore, ebenso wie ihr geckes Damentrio, bestehend aus Kirsten MacKinnon, Nina Tarandek und Judita Nagyová.

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