Als Zirkusgründerin in einem Kluge-Film von 1968.
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Als Zirkusgründerin in einem Kluge-Film von 1968.

Talent für alle Bühnen

Hannelore Hoger feiert Geburtstag

Die Schauspielerin feiert am heutigen Samstag Geburtstag. Ob die langjährige „Bella-Block“-Darstellerin dann tatsächlich 75 Jahre alt wird, ist nicht ganz sicher.

Zweifelsfrei ermitteln lassen sich der Tag und der Ort: Fest steht, dass der Fernseh-, Film- und Theaterstar Hannelore Hoger (ZDF-Krimireihe „Bella Block“) an einem 20. August in Hamburg geboren wurde. Doch in welchem Jahr sie das Licht der Welt erblickte, damit treibt sie seit langem ein Verwirrspiel – Zahlen zwischen 1941 und 1943 tauchen in ihren biografischen Angaben auf. Hoger sei es auch „wurscht“, ob in diesem Jahr Medienartikel zum 75. über sie erscheinen oder in einem anderen, erklärte ihre Hamburger Agentin Regine Schmitz.

Die zweifache Grimme-Preisträgerin Hoger, die seit 1994 von einem großen Fernsehpublikum für ihre Darstellung der unkonventionellen, raubeinig-herzlichen Kommissarin geliebt wird, gilt in der Branche gelegentlich mit ihrer direkten Art als „schwierig“. Die Zeitschrift „Theater heute“, die sie bereits 1975 zur „Schauspielerin des Jahres“ ernannte, bezeichnete sie als „rigide selbstbewusst“. Sich selbst beschrieb Hoger in Interviews mit den Worten „keine Diva-Allüren, kein Primadonnengehabe, nicht eitel und eigentlich ziemlich faul.“

Die Welt der Schauspieler lernte sie früh kennen, weil ihr Vater als Inspizient am Ohnsorg-Theater der Hansestadt arbeitete. Schon 1958 begann Hoger eine Ausbildung an der heutigen Hamburger Hochschule für Musik und Theater. Ihr erstes Engagement fand sie 1961 am Theater in Ulm. Mit Stationen in Bremen, Stuttgart, Köln, Berlin, Bochum und Hamburg verlief eine Karriere, in der sich Hoger zu einer der wichtigsten Bühnenkünstlerinnen der 70er und 80er Jahre entwickelte. Herausragend war vor allem ihre Zusammenarbeit mit den Regie-Größen Peter Zadek und Augusto Fernandes. Um weiter an ihren schauspielerischen Fähigkeiten zu arbeiten, nahm Hoger Unterricht beim legendären Lee Strasberg in New York.

In Alexander-Kluge-Filmen

Insgesamt 25 Jahre war sie in festen Theaterengagements. Dabei führte sie auch Regie, etwa 1991 am Kammerspiel Frankfurt über das Stück „Liebe Jelena Sergejewna“ der Russin Ljudmilla Rasumowskaja. Im Kino trat Hoger erstmals 1968 auf, in „Artisten in der Zirkuskuppel, ratlos“ des Frankfurter Filmemachers Alexander Kluge, dem bedeutenden Vertreter des Neuen Deutschen Films.

Ihr komödiantisches Talent zeigte Hoger in Helmut Dietls Schickeria-Groteske „Rossini“ (1997). In der Filmsatire brillierte sie als Klatschreporterin neben Kollegen wie Götz George und Mario Adorf. Zuletzt bestach sie in einer kurzen Szene als exzentrische Schriftstellerin Gisela Elsner in Oskar Roehlers 80er-Jahre-Abrechnung „Tod den Hippies – Es lebe der Punk“. Im Fernsehen ist Hannelore Hoger bereits seit 1965 dabei – so sah man sie 1988 neben ihrer Tochter und Kollegin Nina Hoger (Jahrgang 1961) im Ralph-Giordano-Mehrteiler „Die Bertinis“.

Die Rolle, der sie ihre größte Popularität verdankt – die der Bella Block – will sie nun abgeben. In diesem Herbst steht der Dreh des vorletzten Films an, der letzte Fall soll im kommenden Jahr verfilmt werden – Sendetermine stehen nach ZDF-Angaben noch nicht fest.

„Ich bin Schauspielerin und 20 Jahre älter geworden“, sagte die sozial engagierte Künstlerin, die nie geheiratet hat (Vater ihrer Tochter ist Schauspieler Norbert Ecker). „Solange ich es kann, möchte ich mich noch anderen Rollen und Themen zuwenden.“ Hoger ist Mitglied der Akademie der darstellenden Künste mit Sitz in Bensheim

Schluss mit „Bella Block“

Einen Hund anschaffen, Shakespeare spielen – über solche Wünsche hat Hoger öffentlich nachgedacht. Unlängst war sie in einer neuen volksnahen Fernsehrolle zu erleben: als Firmenpatriarchin neben Ulrike Tscharre und Christoph Maria Herbst in zwei ARD-Filmen um das „Hotel Heidelberg“. Der NDR wiederholt die Episode „Kommen und Gehen“ am 22. September um 22 Uhr. Ein dritter Hotel-Heidelberg-Film ist schon im Kasten.

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