Kinderbücher

Herzerwärmendes für die kalte Jahreszeit

Waisenkinder finden ein Zuhause, der kinderliebe Elefant darf in seine Heimat zurück, und die Hühner des Bauern landen nicht im Kochtopf.

Stella, der kleine Issa und die 12-jährige Mago haben keine Eltern mehr. Wenigstens keine, die sich um sie kümmern würden. Aus dem Waisenhaus sind sie nach Stockholm ausgebüxt. Kurz vor Weihnachten stranden sie dort am Bahnhof und lernen den alten Bettler Niklasson sowie das mutige Mädchen Little Haj kennen. Schnell sind die drei mittendrin in der aufregenden Suche nach dem Grund für Niklassons Gedächtnisverlust. Dann geschehen immer mehr merkwürdige und wunderbare Dinge. So gehört Little Haj zu einer Gruppe von befreundeten Kindern, die ähnlich wie Astrid Lindgrens Karlsson auf Stockholms Dächern leben, und Niklasson entpuppt sich als entmachteter Weihnachtsmann. Mit Hilfe der Schornsteinkinder bekommt er seinen Rentierschlitten zurück, und der habgierige Oberwichtel Stumpe wird zum „obersten Rentierköttelschaufler“ degradiert. Vor allem aber hat am Ende jedes der Kinder ein gutes Zuhause gefunden. Marten Sandén erzählt die anrührende Geschichte von „Schornsteinweihnachten“ (Sauerländer, 112 S., 14,99 Euro, ab 6) in 24 Kapiteln. Zusammen mit den großformatigen, nostalgisch anmutenden Bildern von Lina Bodén eignet sich das Buch bestens zum (Vor)lesen in der Weihnachtszeit.

Heiterer, aber ebenso warmherzig geht es in Sylvia Bishops Kinderbuch „Der Elefant im Wohnzimmer“ (S. Fischer, 143 S., 12,99 Euro, ab 6) zu. Seit Onkel Jeff vor zwei Jahren nach Indien gereist ist, bewohnt Erica das Haus allein. Doch seine Geschenksendung zu ihrem 10. Geburtstag stellt sie vor Probleme: Im Vorgarten steht ein Elefant! Der wird einiges an Futter brauchen. Glücklicherweise ist der Dickhäuter gutmütig. Er lässt Kinder auf sich reiten und zeigt gegen einen Obolus Kunststückchen. Alles könnte also gutgehen, hätte nicht jemand die zuständige Behörde verständigt. War es die resolute alte Nachbarin oder der junge Typ, der so interessiert tat? Erica muss erkennen, dass „wir Menschen uns gegenseitig verwirren, indem wir versuchen, uns zu verstehen“ und dass „wir die Hälfte der Zeit völlig falsch liegen“. Goldrichtig aber liegt sie, als sie den Elefanten in seine Heimat zurückkehren lässt. Und da sie an ihn „ihr ganzes Herz verschenkt“ hat, wird sie später Zoologin.

Eingebettet in die idyllische Beschreibung des Dorflebens im Salzburger Land geht es auch in „Toni“ (dtv, Reihe Hanser, 187 S., 12,95 Euro, ab 8) von Ute Wegmann um den artgerechten Umgang mit Tieren. Bei der unkonventionellen Großmutter erweist sich die 10-jährige Toni als kämpferische Vegetarierin. Fleischverzehrende Menschen beschimpft sie als „Mörder“. Die vermeintlichen Schlachthühner auf dem Nachbarhof betäubt sie mit Alkohol, um sie zu entführen. Man muss dem idealistischen Stadtkind zugutehalten, dass es von der bedrohlichen Krankheit der Mutter verstört ist und die esoterisch angehauchten Ratschläge der liebevollen Großmutter geeignet sind, Verwirrung zu stiften. Doch Ende gut, alles gut. Die Hühner dürfen am Leben bleiben, die Mutter wird genesen und ganz unrecht hat Oma Klara sicher nicht mit ihrer Weisheit: „Bleib großzügig, Toni. Das ist gut für die Seele.“ kab

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