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Interview mit dem Duo "DieLochis": „Wir sind die größten Kindsköpfe“

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Hit-Parodien auf Youtube bescherten den Zwillingsbrüdern Heiko und Roman Lochmann eine große Fangemeinde. Nun stellen „DieLochis“ ihr Debütalbum im Amphitheater in Hanau vor.

Überall, wo die Zwillingsbrüder Heiko und Roman Lochmann alias „DieLochis“ auftauchen, können sie sich ihren größtenteils weiblichen Fans und dem Medienrummel kaum entziehen. Und das, obwohl sie sich nicht halb so exzentrisch geben wie weiland „Tokio Hotel“. Seit 2011 posten sie jeden Samstag auf ihrem Youtube-Kanal „DieLochis“ ein neues Video, in dem sie eigene Sketche spielen oder Chart-Hits parodieren. Und jetzt legen Deutschlands derzeit größte Teenager-Idole auch noch ihr Debütalbum vor. Titel: „#zwilling“ (Warner). Olaf Neumann traf beim Interview in Hannover auf zwei erstaunlich erwachsen wirkende 17-Jährige.

Heiko und Roman, Sie haben kürzlich Ihr Fachabitur gemacht. Wollen Sie sich jetzt voll und ganz auf die Musik konzentrieren?

HEIKO LOCHMANN: Wir haben beide einen guten Abschluss gemacht: 2,1. Ich bin froh, dass wir mit der Schule endlich fertig sind. Es war oft stressig, alles unter einen Hut zu bekommen. Jetzt können wir uns voll auf die Karriere konzentrieren.

Sie wurden bekannt mit Parodien bekannter Popsongs auf Youtube. Auf Ihrem ersten Album befinden sich hingegen eigene Stücke. Wie wurden Sie zu Songschreibern?

ROMAN LOCHMANN: Wir haben auch schon vor Youtube immer wieder eigene Songs rausgebracht. Musik ist unsere große Leidenschaft. In der Schule gab es eine Rock-AG, wo wir unter anderem Songs von „AC/DC“ auf der Gitarre gespielt haben. Wir sind nicht die besten Gitarristen, aber zum Songschreiben reicht es allemal. Und jetzt hatten wir endlich die Möglichkeit, ein eigenes Album umzusetzen. Zuerst einmal sammelten wir in Los Angeles und San Diego Inspiration. Wir haben dort viel Musik gemacht, uns an den Strand oder mit der Klampfe ans Lagerfeuer gesetzt, Texte geschrieben und Melodien erfunden. Anschließend sind wir mit unserem Produzententeam „Quarterhead“ in ein Studio in der Nähe von Gießen gegangen und arbeiteten dort fast ein Jahr lang intensiv am Album. Für uns ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. Dafür sind wir sehr dankbar.

Was ist die wichtigste Fähigkeit, die man für Ihren Beruf braucht?

ROMAN LOCHMANN: Visionen und Durchhaltevermögen. Dieser Job ist anstrengender, als manche denken. Auch wenn man gerade in einer unkreativen Phase ist, muss man versuchen, Ideen zu finden. Das ist echt schwer. Kreativität kann man nicht erklären, sie passiert einfach. Das klingt jetzt komisch, aber wenn man geile Sachen machen will, wäre ein bisschen Talent auch nicht schlecht.

Erzählen Sie in Ihren Liedern viel von sich und Ihren Erfahrungen?

HEIKO LOCHMANN: Oft kommen die Ideen direkt aus unserem Leben. Aber wir erfinden manchmal auch coole Storys. Auf dem Album sind definitiv viele Songs, in denen man sich wiedererkennen kann.

Ein Song heißt „Wer du wirklich bist“. Wollen Sie mit dem Album aufzeigen, wer Sie wirklich sind?

ROMAN LOCHMANN: In gewisser Hinsicht ja. Nicht nur vor der Kamera, auch im echten Leben verstellt man sich oft. Viele können sich nicht ausleben, sondern passen sich an. Man gibt vor, jemand zu sein, der man eigentlich gar nicht ist. Wir finden aber, das wahre Gesicht ist oftmals das schönste.

HEIKO LOCHMANN: Wir wollten versuchen, uns lyrisch und musikalisch noch einmal zu steigern. Ein Künstler will sich immer weiterentwickeln.

Sie sind sehr viel unterwegs. Wie sieht es da aus mit Heimweh?

HEIKO LOCHMANN: Man muss es ja nicht zeigen!

ROMAN LOCHMANN: Aber wir wollen uns auch nicht verstellen. Wenn man so viel unterwegs ist wie wir momentan, schätzt man die Zeit zu Hause bei der Familie oder den alten Freunden noch mehr. Das Unterwegssein ist schon unser Traum, den wir erleben. Wir ziehen das voll durch.

Leben Sie noch immer bei Ihren Eltern?

HEIKO LOCHMANN: Ja. Wir sind ja auch erst 17. Bei uns auf dem Dorf hat man seine Ruhe. Wir denken aber daran, uns eventuell eine zusätzliche Wohnung in Köln zu nehmen, weil wir dort so oft sind.

Macht Erfolg einen schneller erwachsen?

HEIKO LOCHMANN: Ja.

ROMAN LOCHMANN: Besonders, wenn man wie wir viel unterwegs ist und viel mit Leuten reden muss. Und Business kommt auch noch dazu. Da wird man schon ein bisschen schneller reifer. Das ist aber nicht schlimm.

HEIKO LOCHMANN: Es gibt aber immer noch Momente, wo wir die größten Kindsköpfe sind. Man darf sich selbst nicht zu ernst nehmen. Wir sind immer noch die beiden Lochis von nebenan.

Amphitheater Hanau, Schloss Philippsruhe, 9. September, 17 Uhr. Karten zu 17 Euro unter Hotline 01 80-6 05 04 00. Internet

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