Heiner Lauterbach wird 65

Komischer Mann oder tragischer Charakter?

Der gebürtige Kölner gehört zu den gefragtesten Filmdarstellern Deutschlands, zwischen Macho und Softie. Derzeit dreht er in Casablanca.

Heiner Lauterbach ist seit Jahren erfolgreich im deutschen Filmgeschäft. Seine Filmografie lässt seit 1975 kaum ein Jahr aus. Jahrzehnte, in denen sich der gebürtige Kölner auch privat immer wieder weiterentwickelt hat. Zwei Autobiografien zeugen von seiner Wandlung vom Draufgänger zum braven Familienvater. Sich selbst beschreibt Lauterbach als „wechselhaft“. Am heutigen Dienstag, 10. April, wird er 65 Jahre alt.

Gefeiert werde am Frühstückstisch mit der Familie. Mit dem Älterwerden habe er nicht wirklich ein Problem, sagt Lauterbach. „Einerseits ist es mühsam, älter zu werden, andererseits: Was ist die Alternative?“ Deshalb sei die Devise: „Nicht jammern, sondern in den Tag hinein leben.“ Seine Freizeit verbringe er gerne mit Musik und Sport. „Vielleicht fange ich wieder an zu malen.“

„Carpe diem“, also den Tag nutzen, ist angesichts seiner Filmografie aber Lauterbachs Arbeitsmotto. Mitte der 70er Jahre startet seine Karriere im Filmgeschäft als Darsteller in der Erotik-Reihe „Schulmädchen-Report“. Der Durchbruch gelingt aber erst zehn Jahre später mit Doris Dörries Komödie „Männer“ an der Seite von Uwe Ochsenknecht. Es folgen Rollen im „Tatort“ und in anderen Krimi-Reihen und in Kinofilmen wie „Rossini – oder Die mörderische Frage, wer mit wem schlief“ über die Münchner Künstlerschickeria.

Derzeit dreht Lauterbach in Casablanca. Die Rente sei nicht in Sicht, sagt er. „Das ist bei uns Schauspielern im Normalfall ja ein schleichender Prozess. Wir kennen ja keine Rente.“ Es gebe immer Bühnenstücke, Filme und Serien, in denen alte und ältere Menschen mitspielen. „Das, finde ich, ist eine der schönen Seiten dieses Berufes, dass man diese Möglichkeit hat.“

Glück habe in seiner Karriere eine wichtige Rolle gespielt, ist sich Lauterbach sicher. „Es gibt keine Karriere auf der Welt, die ohne Glück auskommt.“ Die Arbeit sei aber auch immer geprägt von der Persönlichkeit. Man könne als Schauspieler nichts herstellen, was nicht da sei. „Insofern leben wir auch immer ein bisschen von unserer Persönlichkeit, von der Ausstrahlung, den Erfahrungen.“ Das sei der Nährboden. „Dass ich von Haus aus ein etwas sprunghafter Mensch bin, tut sicher sein Übriges dazu. Abgesehen davon sind wir ja alle ein Mond und haben alle eine dunkle Seite.“

Es gab Zeiten, da machte Lauterbach genau mit dieser dunklen Seite mehr Schlagzeilen als mit seinen Filmen. Seinen ausschweifenden Lebensstil beschreibt der Darsteller in seiner ersten Autobiografie „Nichts ausgelassen“ im Jahr 2006. Darin spielen neben Drogen und Alkohol auch frühere Ehefrauen und Freundinnen wie Katja Flint und Jenny Elvers, die zugleich Kolleginnen sind, eine Rolle.

Seit 2001 ist Lauterbach mit Viktoria verheiratet. Sie machte aus dem Draufgänger einen treuen Ehemann – einen gesundheitsbewussten Menschen, wie Lauterbach in zahlreichen Interviews erzählt. „Man lebt nur zweimal“ heißt seine zweite Autobiografie. In der hat er zu seinem 60. Geburtstag genau dieses neue Lebensgefühl beschrieben. Eine dritte Biografie könne er sich durchaus vorstellen, sagt Lauterbach. Voraussetzung sei aber: „Dass man noch etwas erlebt.“ Und wenn es so ein Werk überhaupt noch geben sollte, dann erst zum 70. Geburtstag. Lauterbach lebt am Starnberger See..

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