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Starb vor 265 Jahren: Johann Sebastian Bach.

Johann Sebastian Bach

Kostbarkeiten des Barock

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Vor 265 Jahren starb Johann Sebastian Bach. Zwei Orgelkonzerte in der Dreikönigskirche und der Katharinenkirche Frankfurt rückten den Barockmeister in den Mittelpunkt.

Bach hatte zwar mit Frankfurt nichts direkt zu tun – die Pflege seiner Musik hat in der Stadt gleichwohl eine jahrhundertealte Tradition. Vor allem in der Dreikönigskirche am Mainufer setzte der Organist Helmut Walcha in den fünfziger und sechziger Jahren kräftige Akzente, wobei auch die Orgel klanglich besonders für die Musik des Barock konzipiert wurde.

Sein Nachfolger Andreas Köhs brachte am Jahrestag mit dem „Dritten Teil der Clavierübung“ eines der anspruchsvollsten Orgelwerke des Meisters zu Gehör. Es beginnt mit den kraftvollen Akkorden des Präludiums Es-Dur, die Köhs in strahlender Registrierung erklingen ließ. Von den zehn Choralbearbeitungen im Anschluss waren besonders die beiden Bearbeitungen des Kyrie, „Gott Vater in Ewigkeit“ und „Gott Heiliger Geist“, erwähnenswert, aber auch das lebhaft-virtuose „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ und „Dies sind die heilgen zehn Gebot“. Liturgisches Stilgefühl und technische Präzision ließ Köhs bei keiner dieser barocken Kostbarkeiten vermissen. Mit der grazilen Es-Dur-Fuge ging das Gedenkkonzert auf majestätische Weise zu Ende.

Auch in der evangelischen Hauptkirche der Stadt wird seit dem Jahr 2000, als der 250. Todestag Bachs anstand, an jedem 28. Juli seines Ablebens gedacht. In der Katharinenkirche würfelte Organist Martin Lücker nicht einfach diverse Werke zusammen, sondern widmete Bach und seinem Publikum einen Werkzyklus, nämlich die Leipziger Choräle („18 Choräle von verschiedener Art“), die zwar nicht ganz so umfangreich wie das „Orgelbüchlein“ sind, den Musikfreund und Bach-Liebhaber indes gute eineinhalb Stunden gefangen nehmen. Lücker gestaltete die Choräle eher etwas versonnen und zurückhaltend, so wie es Stimmung und Atmosphäre an einem Todestag verlangen. Im Kern des Zyklus stehen die drei Bearbeitungen des Adventschorals „Nun komm, der Heiden Heiland“. Nuancenreich präsentierten sich die Pfingstchoräle, etwa „Komm, Gott, Schöpfer, Heiliger Geist“. Aber auch bei Chorälen wie „Von Gott will ich nicht lassen“ oder „Wenn wir in höchsten Nöten sein“, dem letzten Choral, spürte man stets die innere religiöse Verbundenheit des Interpreten mit dieser Musik. Der Funke sprang auf das Publikum über, denn am Ende dauerte es mehrere Sekunden, bis man sich aus der faszinierten Erstarrung lösen konnte und dem Künstler den verdienten Beifall zukommen ließ.

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