Die Liebe braucht keinen Leibwächter

  • VonThomas Ungeheuer
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Im „Musical Dome“ in Köln feierte ein begeistertes Publikum die Deutschlandpremiere des Musicals „Bodyguard“, neu inszeniert von Thea Sharock.

Welch ein Glamour! Der Weltstar Rachel Marron (Patricia Meeden) ist auf dem Höhepunkt der Karriere. Umgeben von farbenfroh kostümierten Tänzern und Tänzerinnen, bewegt sie sich kraftvoll über die Bühne, während das euphorische Publikum ihr, der Königin des Soul und Pop, zujubelt. Doch so hell das Licht auf Rachel scheint – hinter der Bühne befinden sich die Schattenseiten ihres Ruhms. Unbemerkt vom Sicherheitschef Tony (Christian P. Hauser) hat ein Psychopath (Tom Viehöfer) einen Drohbrief in Rachels Garderobe gelegt. Rachels Manager Bill Devaney (Dennis Kozeluh) zeigt sich hierüber derart beunruhigt, dass er für die Sängerin einen Bodyguard anheuern will: Frank Farmer (Jürgen Fischer).

Gefährlicher Fremder

Gern arbeitet der frühere Geheimagent nicht für Promis. Erst als er erfährt, dass Rachel einen zehnjährigen Sohn (verschiedene Darsteller) hat, ist er bereit, den Job zu übernehmen. Dabei ahnt Rachel noch gar nichts von der Gefahr, in der sie schwebt. So ist auch das erste Treffen mit ihrem neuen Leibwächter alles andere als herzlich. Hier zeigt sie sich als hochnäsige Diva. Beirren lässt sich Frank davon nicht. Bald kontaktiert der Profi sogar seinen alten Kollegen Special Agent Ray Court (Lee Rychter), der ihm ein grausiges Profil des Mannes erstellt, den Rachel zu fürchten hat. Somit dreht sich alles denn auch nur für eine kurze Weile nicht um Rachel. Und in dieser Zeit nähert sich Frank Rachels älterer Schwester Nicki (Tertia Botha). Die sensible Künstlerin singt unbemerkt vom großen Publikum in einem kleinen Club…

Figuren im Zwielicht

Wenn so Lieder wie „Saving All My Love“ oder „Where Do Broken Hearts Go?“ in einem Musical erklingen, dann ist klar, dass in ihm Liebesgeschichten erzählt werden. Auch, wenn es in „Bodyguard“ nur kleine sind. Denn im Vordergrund der Handlung, die Alexander Dinelaris gekonnt nach dem Filmdrehbuch von Lawrence Kasdan für die Bühne umgeschrieben hat, steht freilich die Suche nach dem Mann, der Rachels Leben bedroht. Von der Regisseurin Thea Sharock sind dessen Auftritte äußerst reizvoll inszeniert. Einige Male erscheint diese Figur in gigantischen Videoprojektionen, und in anderen Momenten erkennt man sie kaum merklich im Halbdunkel.

Überhaupt besticht „Bodyguard“ mit den großartigen Lichtstimmungen des Lichtdesigners Mark Henderson. Innerhalb der wunderbar gelungenen, ja spektakulären Bühnenbildern von Tim Hatley wirkt das ungemein facettenreiche Licht stark auf die wechselnden Atmosphären der temporeich inszenierten Handlung ein.

Wenn auch das schauspielerische Niveau des ein oder anderen Mitglieds des 30-köpfigen Ensembles bei der Premiere nicht das höchste war, so zeigten sich doch alle Bühnenakteure, was das Gesangliche und Tänzerische anbelangte, in Bestform. Einen der größten Trümpfe spielt „Bodyguard“ dabei mit Patricia Meeden aus. Weiß sie doch die Rolle der Diva, die Whitney Houston in dem Spielfilm von 1992 innehatte, mit sehr viel Leben zu füllen.

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