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Jocelyn (Franck Dubosc) erweckt bei Florence (Alexandra Lamy) den Anschein, er sei ebenfalls behindert und müsse sich schon deshalb gut mit ihr verstehen.

Komödie

"Die Liebe bringt alles ins Rollen" kommt in die deutschen Kinos

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Der Franzose Franck Dubosc spielt unter seiner eigenen Regie den graumelierten Herrn, der mit seinem Behindertentrick eine junge Frau beeindrucken will.

Jocelyn (Franck Dubosc) ist ein Macho der ganz alten Schule, der den Frauen erst auf den Hintern und dann ins Gesicht schaut. Der erfolgreiche Geschäftsführer einer Sportschuh-Firma fährt Porsche, hat ein Eigenheim mit Swimming Pool und betrachtet Frauen als Trophäen, die es zu erjagen gilt. Sein Playboy-Leben lief bisher recht reibungslos. Aber nun geht Jocelyn auf die 50 zu, und nicht jede junge Frau, die er ins Bett kriegen will, steht auf graumelierte Geschäftsmänner. Da muss sich der gelernte Frauenheld immer verzweifeltere Tricks einfallen lassen.

Nach dem Tod seiner Mutter besucht er noch einmal deren Wohnung. Gerade, als er sich im Rollstuhl der Verstorbenen niedergelassen hat, kommt die hübsche Nachbarin rein. Angesichts der Blondine schaltet Jocelyn von Trauer auf Eroberung um. Da die junge Frau offensichtlich glaubt, dass er gehbehindert ist, hofft er, über den Mitleidsbonus an sie heran zu kommen. Etwas irritiert von den Flirtversuchen, lädt Julie (Caroline Anglade) den reiferen Herrn dennoch zum familiären Grillabend ein.

Den Porsche parkt Jocelyn am Ortsrand und bemüht sich mit dem Rollstuhl zum ländlichen Anwesen hin. Aber schon bald stellt sich heraus, dass Julie ihn nur eingeladen hat, um ihn mit ihrer älteren Schwester Florence (Alexandra Lamy) zu verkuppeln, die nach einem Autounfall tatsächlich auf den Rollstuhl angewiesen ist.

Auf einer haarsträubenden Prämisse baut Franck Dubosc unter eigener Regie seine romantische Komödie „Die Liebe bringt alles ins Rollen“ auf, und man muss einiges an Energie aufwenden, um die Brüchigkeit des erzählerischen Fundaments zu ignorieren. Wenn der falsche Rollstuhlfahrer sich allmählich in die richtige Rollstuhlfahrerin verliebt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der absurde Betrug auffliegt. Währenddessen arbeitet der Film tapfer und moderat belustigend an der Dekonstruktion des vermeintlich behinderten Machos, der von seinem polygamen Lebenswandel Abstand nehmen und die wahre Liebe entdecken darf. Die patente Florence führt als erfolgreiche Konzertviolinistin trotz ihrer Beeinträchtigung ein eigenständiges Leben, trainiert sogar im Rollstuhl Tennis und lässt sich mit spielerischer Leichtigkeit auf die Avancen von Jocelyn ein, der seinerseits zunehmend von den eigenen Gefühlen überrumpelt wird.

Der Hindernisparcours zum Happy End ist kurvenreich und führt bis in den Wallfahrtsort Lourdes, wo eine Wunderheilung den Ausweg aus dem Lügenlabyrinth ermöglichen soll. Aber auch wenn die ein oder andere Plotwendung tatsächlich überraschend anrollt, verliert das komödiantische Grundkonzept über die 107 Filmminuten hinweg rasant an Glaubwürdigkeit und Unterhaltungswert. Schwach

In diesen Kinos

Frankfurt: Cinema, E-Kinos (D+OF), Metropolis. Sulzbach: Kinopolis. Limburg: Cineplex. Offenbach: Cinemaxx. Mainz: Cinestar

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