Komödie „Safari – Match me if you can“

Liebe aus dem Internet

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Unter Rudi Gauls Regie spielen Elisa Schlott und Justus von Dohnányi zwei Menschen, die sich in ihrer Einsamkeit begegnen, aber nicht nahe kommen.

„Einsamkeit und Sex und Mitleid“ hieß im vergangenen Jahr eine sensationelle Romanverfilmung von Lars Montag, die so scharfsinnig auf das Liebesleben heutiger Deutschländer schaute, dass es einen aufs lustigste schaudern konnte. Nackte Körper, entblößte Seelen – was sich in den Betten und Beziehungen dieses Jahrtausends tut, lässt sich eigentlich nur noch satirisch betrachten, sofern man nicht gleich eine Tragödie der Erbärmlichkeit daraus machen will. Doch wozu sind die Filmemacher der Gegenwart da, wenn nicht, um das Paarungsverhalten des gefühlsgeschädigten Großstädters zu beobachten und das Ergebnis im Kino kundzutun?

Ohne die außergewöhnliche Regiebegabung, gesellschaftliche Klarsichtigkeit und vor allem psychologische Tiefgründigkeit von Lars Montag, aber doch mit Neigung zur Sache liefert Rudi Gaul nun seine Liebesjagd „Safari – Match me if you can“ nach. Sich per Klick über Internet mit einem fremden Sexpartner zu verabreden, scheint hier so üblich geworden zu sein, dass der Nichtinteressierte schon die Ausnahme bilden könnte. Mutter und Tochter (Juliane Köhler, Janina Fautz), Flugkapitän und Student (Justus von Dohnányi, Max Mauff) geben wie besessen ihre erotischen Vorlieben auf den Plattformen ein und warten auf Rückmeldung. Die Influencerin Lara (Elisa Schlott), die ihre Prominenz vermarkten muss, steht geradezu unter dem Zwang, beim Online-Dating ein Match machen zu müssen, einen Treffer. Das steigert ihre Erfolgsbilanz. Dabei gilt: Nach dem Sex ist vor dem Sex, weshalb eine positive Bewertung des Erlebten durch den jeweils Anderen vorteilhaft für die nächste Verabredung sein kann.

Der Münchner Regisseur Rudi Gaul („Das Hotelzimmer“) hat weniger eine Geschichte mit großem Bausch und Bogen aus seiner Handlung gemacht als eine reine Bestandsaufnahme. Er schaut zu, nimmt wahr, gibt weiter, ohne kräftigen künstlerischen Zugriff und ohne nennenswerte Nachdenklichkeit. Die Dinge sprechen für sich selbst, könnte man wohlwollend sagen und die Teilnahme an der Sex-„Safari“ allen empfehlen, die lediglich mal wissen wollen, wie sowas geht. Annehmbar

In diesen Kinos

Frankfurt: Cinestar, E-Kinos, Metropolis. Sulzbach: Kinopolis. Limburg: Cineplex. Hanau: Kinopolis. Mainz: Cinestar

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