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Luca Salsi (Bariton) und Beatrice Benzi (Klavier).

Oper Frankfurt

Liederabend mit Luca Salsi und Beatrice Benzi

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Der italienische Bariton Luca Salsi gab mit seiner Klavierpartnerin Beatrice Benzi einen Liederabend in der Frankfurter Oper.

Wenn ein gestandener italienischer Opern-Bariton einen Liederabend gibt, dann mischen sich erfahrungsgemäß gerne die Namen der großen Opernkomponisten Italiens ins Programm. Bei Salsi war dies ähnlich, wenngleich sich die gepflegte Stimme des Sängers von Anfang an mit der eher intimen Atmosphäre eines solchen Abends zu arrangieren schien. Die wehmütigen Zeilen Giuseppe Carpanis „In questa tomba oscura“ („In diesem dunklen Grab“) wurden mehrfach vertont – Salsi stellte die Liedfassungen von Carpani, aber auch von Antonio Salieri und Ludwig van Beethoven vor: eine gewisse dramaturgische Steigerung, die vom sanften Bariton und einer andachtsvollen Klavierbegleitung Beatrice Benzis lebte. Die Pianistin erwies sich als großer Rückhalt für den Sänger, gerade im zweiten Konzertteil, als seine Stimme mitunter etwas strapaziert klang. Vielleicht lag dies an den drei Sonetten nach Petrarca von Franz Liszt, die den zweiten Part eröffneten und höchste Anforderungen an Stimmführung und Atemtechnik des Solisten stellten.

Salsi hatte bei dieser hoch differenzierten Literatur auch den Höhepunkt des Abends erreicht – die drei Lieder (vor allem das dritte „I vidi in terra angelici costumi“) tauchen jeden italienisch inspirierten Liederabend in ein eigentümliches, fantastisches Licht.

Gegen Ende des Abends kamen sie dann wie funkelnde Glieder einer Perlenkette auf die Bühne: Die Vertreter des Verismo, Leoncavallo, Mascagni, auch Cilea, die es dem Sänger auch im regulären Opernfach angetan haben. Besonders Mascagnis „Ave Maria“ war von großem Schmelz und religiöser Durchdringung getragen – Oberflächlichkeit oder gar das Rasseln mit plumpen Effekten ist diesem Sänger fremd. Verdi bot mit „Non t’accostare all’urna“ und mit „Brindisi“ einen stimmungsvollen Schlusspunkt, dem als Zugabe noch eine kraftvolle „Andrea Chenier“-Zugabe Umberto Giordanos angefügt wurde. Mächtiger Applaus.

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