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Ganz versunken in der Musik: die litauische Dirigentin Mirga Gra?inyte-Tyla (links) und die Geigerin Vilde Frang.

Klassik

Mit mächtigem Vibrato: Beethoven und Elgar in Frankfurts Alter Oper

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Das Gastspiel des „City of Birmingham Orchestra“ in der Alten Oper koppelte Beethovens „Pastorale“ und Elgars ausladendes Violinkonzert mit der Solistin Vilde Frang.

Warum manches Werk sich nicht zum Repertoireschlager entwickelt, darüber gibt eine Aufführung mitunter freiwillig oder unfreiwillig Auskunft. Gestaltet Edward Elgar Kopfsatz und Andante seines Violinkonzerts h-Moll opus 61 noch recht übersichtlich und in angenehmer zeitlicher Ausdehnung, sucht das Finale hingegen das Weite, mäandert mal in diese, mal in jene Richtung, freilich ohne eine Entwicklungslinie oder das Ziel der Bewegung erkennen zu lassen.

Diese Einschätzung bestätigte die sonntägliche Soiree im Großen Saal der Alten Oper Frankfurt. Unter Leitung der 1986 geborenen litauischen Dirigentin Mirga Gra?inyte-Tyla bewies das „City of Birmingham Symphony Orchestra“ seine hohe Kompetenz für die Tonsprache Elgars. Das Ensemble musizierte farbig differenziert, stellenweise schwelgend in den charakteristischen, eingedunkelt melancholischen Melodien. Etwas gleichförmiger agierte dagegen die norwegische, unter anderem an der Kronberg Academy ausgebildete Geigerin Vilde Frang. Sie ging fast durchweg mit mächtigem Vibrato zu Werke, was in den langsamen Abschnitten allzu beruhigend wirkte.

Der Vortrag von Beethovens sechster Sinfonie F-Dur opus 68, der „Pastorale“, erweckte vielfach den Eindruck, als habe die Dirigentin den Notentext ein wenig „aufpeppen“ wollen. Was gefühlvoll sich aussprechen sollte, klang gefühlig, was kunstvoll gestaltet ist manieriert und nicht immer schlüssig aus dem Notentext herzuleiten. Beispielhaft zu erleben war dies am innig versonnenen Versinken vor der Reprise der Bach-Szene – ein magischer Moment der Partitur. Dieser verharrte indes seltsam an der Oberfläche, buchstäblich wie im übertragenen Sinne. Eingangs hatten die britischen Gäste eine knackige und stringente Deutung der Ouvertüre zu Mozarts „Zauberflöte“ geboten.

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