Kinofilm "Das Tagebuch der Anne Frank" ist abgedreht

Mädchen aus Frankfurt

Mit Hollywoods finanzieller Unterstützung erzählt Regisseur Hans Steinbichler, wie das jüdische Kind sich vor den Nazis zu retten versuchte.

Als Starttermin für den gerade abgedrehten Film „Das Tagebuch der Anne Frank“ hat der Verleih jetzt den 3. März nächsten Jahres genannt. Zu den Geldgebern des Kinowerks, das weltweit in die Filmtheater kommen dürfte, gehört das Hollywood-Studio Universal Pictures, das seinen Hauptsitz in Los Angeles hat. Gegründet wurde das Unternehmen 1912 von dem deutschen Auswanderer Carl Laemmle. Der Sohn eines jüdischen Viehhändlers stammte aus Schwaben.

Anne Frank wiederum stammte bekanntlich aus Frankfurt, und ihr Schreckensjournal über die Judenverfolgung im Dritten Reich ist bereits mehrfach Gegenstand von Verfilmungen gewesen. So wurde „Das Tagebuch der Anne Frank“ unter eben diesem Titel 1959 groß von dem Amerikaner George Stevens auf die Leinwände gebracht. Die Titelrolle spielte damals Millie Perkins. Der Fernsehfilm „Meine Tochter Anne Frank“ schilderte erst vergangenes Jahr das Leben des halbwüchsigen Mädchens aus der Sicht von dessen Vater Otto (gespielt von Götz Schubert). In der Rolle der Anne war in dieser Produktion Mala Emde zu sehen.

In dem neuen Kinofilm, der den Stoff nun für die junge Generation aufbereiten will, spielt Lea van Acken die Titelpartie. Die heute 16-Jährige begann ihre schauspielerische Laufbahn bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg und spielte später in dem Kinowerk „Kreuzweg“ eine fromme junge Frau. Als Eltern von Anne Frank sind in der neuen „Tagebuch“-Verfilmung Martina Gedeck und Ulrich Noethen zu erleben. Regisseur Hans Steinbichler sagt zu seiner filmischen Herangehensweise: „Anne Franks Geschichte wollte ich aus der subjektiven und somit authentischen Erfahrung eines frechen, ungemein klugen Mädchens in der Pubertät erzählen, das unter aberwitzigen Bedingungen aufwachsen muss.“

Immer wieder hat Steinbichler Filme über Außenseiter gedreht. Bekannt wurde der bayerische Regisseur mit „Hierankl“ über eine junge Frau, die aus einem Dorf in die Großstadt Berlin zieht. Mehrfach hat Steinbichler auch Episoden für die Fernsehkrimireihen „Polizeiruf 110“ oder „Bella Block“ inszeniert. Zuletzt drehte er fürs TV „Landauer – Der Präsident“. Dieser Spielfilm handelt von dem Fußballfunktionär Kurt Landauer, der den FC Bayern München 1932 als Triumphator über Eintracht Frankfurt zum Sieg in der Fußballmeisterschaft führte.

Anne Frank wurde 1929 in Frankfurt geboren und floh mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten 1934 nach Amsterdam, wo sie versteckt in einem Hinterhaus lebte. Ihre Empfindungen über die schwere Zeit hielt Anne in ihrem Tagebuch fest, bis sie entdeckt und ins Konzentrationslager verschleppt wurde. Sie starb kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 im KZ Bergen-Belsen. Die Erinnerung an sie wird in der Frankfurter „Bildungsstätte Anne Frank“ wachgehalten. Immer wieder gab es Bestrebungen, dieses behelfsmäßig eingerichtete Zentrum in der Hansaallee zu einem Museum zu erweitern und etwa in der neu aufgebauten Altstadt am Römerberg unterzubringen. Das Musical „Anne“, dessen Text der niederländische Schriftsteller Leon de Winter verfasste, wurde 2014 in Amsterdam uraufgeführt und läuft dort seither in einem eigenen Theater. kin

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