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Rinaldo wurde im Bockenheimer Depot wieder aufgenommen

Bockenheimer Depot

Händels "Rinaldo" ist von melodiöser Schönheit

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Georg Friedrich Händels Oper „Rinaldo“ wurde von der Frankfurter Oper im Bockenheimer Depot wieder aufgenommen.

Die weitläufige Bühne im Depot ist der richtige Platz für die zahlreichen Aktivitäten in dieser frühen Händel-Oper, die in die Zeit der Kreuzzüge führt. Doch auch hier steht über dem Donner des Krieges – der Wind-und-Wetter-Beauftragte des Opern- und Museumsorchesters hat mächtig zu tun – die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit. Und nach knapp drei Stunden ist es so weit. Rinaldo, der Held auf der Seite der Christen, hält die schöne Generalstochter Almirena in seinen Armen. Ein Happy End, wie es im Buche steht.

Nach der „Xerxes“-Wiederaufnahme am vergangenen Wochenende öffnet sich nun im Depot bei „Rinaldo“ zum zweiten Mal in dem noch kurzen Jahr ein wahres Füllhorn an musikalischen Einfällen und melodiöser Schönheit. Man weiß als Zuhörer fast gar nicht, wo man zuerst hinhören soll! Sind es nun die zarten Streicher oder die sehr sensibel auftretenden Holzbläser oder aber die mit viel Bedacht und Stilgefühl inspirierten Sänger? Es ist wahrscheinlich ein glücklicher Mix von allem, der die „Rinaldo“-Wiederaufnahme knapp eineinhalb Jahre nach der Premiere beim Publikum am Ende zu einem wahren Triumph werden ließ.

Das Bockenheimer Depot

Viele der Akteure waren bereits im September 2017 mit von der Partie. In der Titelrolle gab es wieder den stimmlich wie darstellerisch überzeugenden Jakub Josef Orlinski zu erleben, der sich mit seiner orientalisch anmutenden Geliebten Almirena in schönster Zweisamkeit hingibt – Karen Vuong schien diese abwechslungsreiche Rolle wie auf den Leib geschneidert. Elizabeth Reiter brachte als schrullige Zauberin Armida zusätzlich Farbe ins Geschehen, und auch Gordon Bintner (einer der wenigen Neuzugänge) erschien als herziger Partner Argante hervorragend geeignet. Julia Dawson in der Rolle des Generals Goffredo und der Bass Daniel Miroslaw als Bruder Eustazio waren weitere wirkungsvolle und mit sicherer Hand besetzte Solisten.

Nun gibt die Bühne im Depot auch ausreichend Platz für Tanz und Pantomime, „Rinaldo“ ist in der Inszenierung von Ted Huffman eine stark von diesen Elementen lebende Oper. Zwischendurch aber machte immer wieder das Opern- und Museumsorchester mit barocker Leichtigkeit, aber auch mit opulenter Klangfülle auf sich aufmerksam. Mit Simone Di Felice begegnete man einem weiteren Bekannten aus der Premiere am Pult.

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