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Stefan Otteni inszeniert in Bremen ?Angela I.?

„Angela I."

Theater: Stefan Otteni inszeniert Merkels Kanzlerschaft als Tragikomödie

Nach Helmut Kohl und Donald Trump bekommt jetzt auch Angela Merkel ein eignes Theaterstück. Die ewige Kanzlerin ist zwar die Hauptfigur. Im Mittelpunkt steht jedoch die Politikverdrossenheit der Bürger.

Nüchtern, ruhig und überlegt – so kennt man Angela Merkel. Als Autorin Katja Hensel den Auftrag bekam, ein Theaterstück über die Kanzlerin zu schreiben, war sie zunächst skeptisch. „Erst habe ich gedacht, sie ist doch keine theatralische Figur.“ Doch je länger sie sich mit der Kanzlerin beschäftigte, desto spannender fand sie diese. „Sie überrascht permanent. Es gibt so viele Facetten an dieser Frau, die im Unklaren bleiben.“

Nach monatelanger Arbeit hat Hensel das Stück „Angela I.“ fast fertig geschrieben. Die Bremer Shakespeare Company hat bereits mit den Proben begonnen. Für den 28. Februar ist die Uraufführung geplant. Noch fehlt das Ende des Stückes. Doch darüber ist Hensel ganz froh, da sich politisch in den vergangenen Monaten viel ereignet hat, etwa Merkels Rückzug vom CDU-Vorsitz. „Manches habe ich wieder komplett neu geschrieben.“

Das Leben und die Karriere von Politikern gaben schon immer viel Stoff für Theater und Film her. So brachte das Mannheimer Nationaltheater gerade eine Charakterstudie über Altkanzler Helmut Kohl auf die Bühne. An US-Präsident Donald Trump haben sich unter anderem Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und Oscar-Preisträger Michael Moore in Theaterstücken abgearbeitet. Auch über Willy Brandt, Winston Churchill und Magaret Thatcher gibt es diverse Werke.

„Angela I.“ verfolgt jedoch einen anderen Ansatz. Die Kanzlerin ist zwar die Hauptfigur, ihre Biografie spielt darin aber keine Rolle. In dem Stück geht es um grundsätzliche Fragen wie Macht, Politikverdrossenheit und die Entfernung zwischen Politikern und Bürgern. „Es richtet den Blick auf das Volk“, erläutert Regisseur Stefan Otteni. Und Hensel ergänzt: „Woher kommt es, dass ein Volk sagt, es werde nicht abgeholt – so als würde es an einer Bushaltestelle stehen? Was ist das für ein Politikverständnis?“ All das will Hensel anhand der ewigen Kanzlerin Angela Merkel demonstrieren – ganz nach dem Vorbild Shakespeares, der stets über eine Figur die Realität erzähle, betont Otteni. Angela Merkel ist die einzige, die als konkrete Person auf der Bühne stehen wird. Neben ihr werden drei fiktive Politiker, Personal aus dem Bundestag und Kinder aus der Bundestagskita auftreten. Gespielt werden diese von sechs Schauspielerinnen und Schauspielern, die zwischen den Rollen hin- und herspringen.

von Irene Güttel

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