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Was die Moraltheologie meint

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Der katholische Moraltheologe Josef Römelt, Theologieprofessor an der Universität Erfurt, hat sich in einem Aufsatz zur „Spätabtreibung aus ethischer Sicht“ geäußert.

Der katholische Moraltheologe Josef Römelt, Theologieprofessor an der Universität Erfurt, hat sich in einem Aufsatz zur „Spätabtreibung aus ethischer Sicht“ geäußert. Dabei beschäftigt er sich auch mit Fällen, in denen zu Beeinträchtigungen wie dem Down-Syndrom noch schwere organische Missbildungen kommen – wie in dem Film „24 Wochen“. Dabei beschäftigt ihn unter anderem die Frage, unter welchen Gesichtspunkten eine solche Abtreibung auch theologisch-ethisch gerechtfertigt sein kann. Die theologische Ethik gehe von einem eindeutigen Vorrang für den Lebensschutz des Kindes aus. Neben Schwangerschaften, in denen das Leben der Mutter auf dem Spiel steht, sei bei einer Abtreibung in Fällen schwerster Schädigung der Gedanke „nicht einfach von der Hand zu weisen, dass der späte Schwangerschaftsabbruch wie eine Form der Sterbebegleitung ähnlich dem Abschalten von Geräten am Ende des Lebens aufgefasst werden kann“. Andererseits sieht er die Gefahr des Missbrauchs und der Abwertung des Lebens mit Behinderung durch „feigen Selbstschutz der Gesellschaft“, die zur Abtreibung dränge. Klar sei im Entscheidungsprozess wenig. Dies hinterlasse bei Betroffenen „die Erfahrung tiefer Ohnmacht in der Suche nach der moralischen Eindeutigkeit“. red

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