Mord, Gier und Bandenkriege in der Warschauer Unterwelt

Szczepan Twardochs Roman „Der Boxer“ spielt im Warschau der späten 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Die Unterwelt und die verschiedenen politischen Lager haben die Stadt unter sich aufgeteilt.

Szczepan Twardochs Roman „Der Boxer“ spielt im Warschau der späten 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Die Unterwelt und die verschiedenen politischen Lager haben die Stadt unter sich aufgeteilt. Sozialisten und Bürgerliche, Nationalisten und Faschisten kämpfen um die Vorherrschaft. Beim deutschen Nachbarn regiert bereits der NS-Terror. Gegner werden ausgeschaltet. Adolf Hitler bereitet den Überfall auf Polen vor.

In Warschau herrscht ein brutaler Bandenkrieg. Ein rechter Putsch liegt in der Luft. Der jüdische Pate und Schutzgelderpresser Kaplica fürchtet um sein kriminelles Imperium. Ihm zur Seite steht der Boxer Jakub Shapiro, der mit äußerster Brutalität jene bestraft, die sich dem Paten nicht beugen. Verrat, Gier, Leidenschaft und Laster, Gewalt und politische Hysterie bestimmen das Vorkriegsklima in Warschau. Als Kaplica ein politischer Mord angehängt wird, muss Shapiro auf den Mafia-Thron steigen. Shapiro ist eine charismatische Gestalt: stark und skrupellos, ein Mann von mondäner Eleganz und brutalem Killer-Instinkt. Twardochs grandioser Roman ist eine Elementargewalt, existenzialistischer Thriller, Zeitroman, Sündenepos in einem, bevölkert von gefallenen Engeln, verlorenen Seelen, missgestalteten Monstern, von Schurken und Gangstern, schönen Frauen und zärtlichen Huren. Nicht nur Jakub Shapiro hat die Wucht der großen Figuren Dostojewskijs. Der Roman nimmt schließlich eine Wendung, die dem Leser den Atem raubt. Erstklassige Literatur. klu

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