Jake (Russell Crowe) mit Töchterchen Kate (Kylie Rogers).
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Jake (Russell Crowe) mit Töchterchen Kate (Kylie Rogers).

Nach einem Unfall wird rein gar nichts wieder gut

  • vonThomas Ungeheuer
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In „Väter und Töchter“ erzählt Gabriele Muccino von einer problembehafteten Frau, die in früher Kindheit ihre Mutter verloren hat und bei ihrem geliebten Vater aufwuchs.

„Er hat meine Schwester umgebracht.“ Das sagt Elisabeth (Diane Kruger) über Jake (Russell Crowe). Während einer Autofahrt war der Bestsellerautor mit seiner Frau in heftigen Streit geraten. Ein Moment der Unachtsamkeit führte zu jenem Unfall, bei dem Jake schwere Kopfverletzungen davontrug und der die Frau das Leben kostete. Fortan leidet Jake an einer Schreibblockade. Zudem plagen ihn Albträume und epileptische Anfälle. Um wieder auf die Beine zu kommen, geht er in eine Klinik. Seine geliebte Tochter Katie (Kylie Rogers) verbringt die Zeit der Trennung bei ihrer wohlhabenden Tante Elisabeth und deren Mann William (Bruce Greenwood). Als Jake aus der Klinik entlassen wird, verweigert er den Wunsch des Ehepaars, Katie für sie zur Adoption freizugeben. So wächst das Mädchen bei seinem Vater auf.

25 Jahre später studiert Katie (nun gespielt von Amanda Seyfried) Psychologie. Während sie in ihrem Nebenjob als Sozialarbeiterin ab und an Erfolge hat, wirkt das Liebesleben der attraktiven Frau selbstzerstörerisch. Oft hat sie mit Männern Sex, die ihr völlig gleichgülig sind. Dann jedoch trifft sie den jungen Autoren Cameron (Aaron Paul). Für ihn empfindet sie langsam Zuneigung...

Regelmäßig wechselt die filmische Erzählung des Drehbuchautoren Brad Desch zwischen zwei Zeitebenen. Hierin wird den Einblicken in die Vater-Kind-Beziehung von Jake und Katie weniger Raum gegeben als der Schilderung des wechselhaften Lebens, das Katie später als erwachsene Frau führt. Dabei verhindert gar nicht einmal der bedächtige Erzählrhythmus, dass das von Gabriele Muccino inszenierte Geschehen spannend oder sogar berührend wird. Vielmehr erscheinen sämtliche Figuren allzu oberflächlich nach gängigen Klischees gezeichnet. Dass darin vor allem der sonst so eindrucksvolle Russell Crowe („Gladiator“) unglaubwürdig als Schriftsteller und sogar Pulitzer-Preisträger wirkt, mag in mancherlei Hinsicht daran liegen, dass er zuwenig Gelegenheit erhält, sein schauspielerisches Können auszureizen. Zudem liest er als Jake bei einer Autorenlesung äußerst schwülstige Zeilen aus einem von dessen Büchern vor. Aber auch die Dialoge, die Brad Desch ihm und anderen Darstellern zum Vortrag geliefert hat, befremden wiederkehrend in ihrer aufgesetzten Tiefgründigkeit.

„Väter und Töchter“ ist ein Titel, der vieles verspricht, hier aber nur das wenigste davon hält. Schwach

Limburg: Cineplex. Mainz: Residenz & Prinzess

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