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Neuer Film von Andreas Dresen auf der Berlinale

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„Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“
Alexander Scheer (l) und Meltem Kaptan in einer Szene des Films „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ von Andreas Dresen. © Andreas Hoefer/Pandora Film/Berlinale/dpa

In Deutschland werden so viele Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet wie noch nie. Die Berlinale hält an ihren Festivalplänen fest und veröffentlicht das Programm. Darin geht es oft um die Liebe.

Berlin - Rund drei Wochen vor Festivalbeginn stehen die Wettbewerbsfilme der Berlinale fest. Ins Rennen um den Goldenen Bären geht zum Beispiel der neue Film des Regisseurs Andreas Dresen („Gundermann“).

„Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ erzählt, wie die Mutter des Guantanamo-Häftlings Murat Kurnaz um dessen Freilassung kämpft. Insgesamt 18 Titel laufen im Wettbewerb, wie der künstlerische Leiter Carlo Chatrian am Mittwoch bekanntgab.

Dazu gehört auch der neue Film der deutschen Regisseurin Nicolette Krebitz („Wild“): In „AEIOU - Das schnelle Alphabet der Liebe“ spielt Sophie Rois die Hauptrolle. Gezeigt wird auch die neue Produktion des Österreichers Ulrich Seidl („Im Keller“), der mit „Rimini“ das italienische Urlaubsgebiet im Winter zeigen soll.

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals der Welt. Die Filmfestspiele in Berlin sollen trotz gestiegener Infektionszahlen vor Ort stattfinden. Das Robert Koch-Institut meldete erstmals seit Beginn der Pandemie innerhalb eines Tages mehr als 100 000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Berlinale hatte angesichts der Zahlen zuletzt die Regeln verschärft.

Für das Führungsduo Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian ist es die dritte Berlinale. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Niederländerin und der Italiener wegen der Pandemie umplanen müssen. Nun sollen nur Menschen Zutritt zu den Kinos bekommen, die gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Infektion genesen sind. Außerdem soll nur etwa die Hälfte der Plätze besetzt werden. Teile des Festivals - etwa die Filmmesse EFM - finden online statt.

Am Mittwoch stellten die beiden per Videoschalte das Programm vor. Im Wettbewerb gehe es besonders oft um Liebesgeschichten, erklärte Chatrian. Nicht immer um leidenschaftliche Liebe, sondern zum Beispiel auch um familiäre Liebe oder Hassliebe, wie er anschließend der dpa sagte.

Im Wettbewerb laufen zum Beispiel die US-Produktion „Call Jane“ von Phyllis Nagy mit Elizabeth Banks und Sigourney Weaver, Claire Denis' neuer Film mit Juliette Binoche sowie der neue Film von Mikhaël Hers mit Schauspielerin Charlotte Gainsbourg. Bereits bekannt war, dass auch der Eröffnungsfilm „Peter von Kant“ des französischen Regisseurs François Ozon um die Auszeichnungen konkurrieren wird.

In der Regie 40 Prozent Frauenanteil

Welche Filmteams letztlich anreisen werden, steht noch nicht fest. Nach Angaben Chatrians gab es von allen Teams positive Signale. „Aber was in drei Wochen ist, das wissen weder Sie noch ich.“ Neben dem Wettbewerb gibt es viele andere Filmreihen. Gezeigt werden soll zum Beispiel eine Dokumentation über Musiker Nick Cave und die Produktion „Good Luck to You, Leo Grande“ mit Schauspielerin Emma Thompson.

In der Filmbranche wird immer wieder über die Chancen von Frauen diskutiert. Laut Berlinale führen diesmal bei sieben Wettbewerbsbeiträgen Frauen Regie - das entspricht einem Anteil von rund 40 Prozent. Elf Filmschaffende seien schon einmal bei der Berlinale gewesen, acht davon im Wettbewerb. Auf der Liste stehen etwa Ursula Meier, Denis Côté und der Südkoreaner Hong Sangsoo.

Das Festival ist vom 10. bis 20. Februar geplant. Tickets sollen ab dem 7. Februar online gekauft werden können. Damit soll verhindert werden, dass sich am Potsdamer Platz oder an anderen Kinokassen lange Schlangen bilden. Wie viele Karten diesmal in den Verkauf gehen, steht nach Angaben Rissenbeeks noch nicht abschließend fest. Es seien angesichts der reduzierten Kapazitäten weniger als sonst.

Gelten soll dann die „2G plus“-Regel: Zusätzlich zur Impfung oder dem Genesenenstatus muss man einen Test vorlegen und Maske tragen. Zum jetzigen Zeitpunkt soll eine Boosterimpfung den Test ersetzen können, wie Rissenbeek sagte. Wie stehen die Chancen, dass am Ende doch noch eine Absage droht? Sie seien im kontinuierlichen Austausch mit dem Senat und den Behörden. Das könne im Moment keiner vorhersagen. Gibt es einen Plan B? „Wir sind mitten in Plan B“, sagte Rissenbeek. „Wenn wir nicht stattfinden können, können wir nicht stattfinden.“ dpa

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