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Otello von Giuseppe Verdi

Spielzeit 18/19

Oper setzt mit Wiederaufnahme von Otello ein markantes Zeichen

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Mit der Wiederaufnahme von Verdis Shakespeare-Vertonung „Otello“ setzte die Frankfurter Oper zum Spielzeitbeginn 2018/19 einen markanten Akzent.

Man musste in der neuen Spielzeit nicht lange warten, um die geballte Strahlkraft des Frankfurter Opernchores im Zusammenspiel mit dem Orchester erleben zu können. Ein knappes Vorspiel in abgedunkelter Atmosphäre, und schon stehen sie auf der Bühne, die jubelnden Zyprioten, die ihren Helden Ot(h)ello feiernd willkommen heißen, der die türkischen Truppen in ihre Grenzen wies.

Ansonsten aber sind Freudengesänge dieser Art bei „Otello“ eher die Ausnahme. Zu stark sind Intrigen, Machtgelüste, Rachegefühle und verletzte Eitelkeiten, als dass im hart umkämpften östlichen Mittelmeer sich versöhnliche Momente entwickeln könnten. Am Ende kommen die sich eigentlich Liebenden ums Leben.

Ende 2011 hatte die Inszenierung von Johannes Erath eine vielbeachtete Premiere erlebt. Wer diesen „Otello“ noch einmal auf Frankfurter Opernbrettern erleben möchte, sollte sich sputen – die dritte Neuauflage (mit vielen neuen Namen im Ensemble) soll laut Intendanz auch die letzte sein.

In der Titelrolle zeigte der deutsch-italienische Tenor Roberto Saccà einmal mehr machtvolles stimmliches Format. Aber auch der Feldherr bleibt ein Mensch mit sensiblen Gefühlen – auch, als er zur Kenntnis nehmen muss, Opfer einer mörderischen Intrige geworden zu sein. Als attraktive Leihgabe vom Nationaltheater Mannheim erwies sich Evez Abdulla (Bariton) in der Rolle des Intriganten Iago – man wird ihn auch in Kürze in der neuen Inszenierung von „La forza del destino“ (Verdi) in Frankfurt erleben können. Olesya Golovneva verkörperte eine authentische Desdemona, die wichtigste weibliche Rolle der von Männern dominierten Handlung. Katharina Magiera (Emilia), Arthur Espiritu (Cassio) und Jaeil Kim waren weitere Säulen im Ensemble. Das Opern- und Museumsorchester empfahl sich unter dem Ungarn Henrik Nánási.

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