Große Verdi-Nacht

Otello und Aida begegneten sich in der Dunkelheit

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Eine „Große Verdi-Nacht“ voller sleiger Melodien brachte unter anderem den italienischen Tenor Cristian Lanza wieder in die Alte Oper Frankfurt.

Cristian Lanza bezeichnet sich stets als einen der größten Tenöre Italiens. An Selbstbewusstsein mangelte es den Mitgliedern der Familie Lanza selten, auch wenn Großvater Mario nur im Film der große Caruso war und in frühen Jahren der Alkoholsucht anheimfiel. Gemeinsam mit einer sparsam bemessenen Truppe aus Musikern und Sängern kam Enkel Cristian nun also in den Großen Saal, um die wichtigsten Werke Giuseppe Verdis darzubringen. Das Geld, das man bei der Zusammenstellung des etwas löchrigen Chores an Honoraren gespart hatte, investierte man offensichtlich in die Kostüme dieser Sänger. Es ging Schlag auf Schlag mit den Arien auf der Bühne.

Das Orchester der „Milano Festival Opera“ befand sich – elektronisch verstärkt – am Bühnenrand, damit mehr Platz für Solisten, Tänzer und den Chor vorhanden war. Wie es sich für eine richtige „Verdi-Nacht“ gehört, war es im Zuschauerraum stockdunkel. Die Investition in das Hochglanz-Programmheft lohnte sich also nur für den, der mitgedacht hatte und sein im Mobiltelefon integriertes Lämpchen einschalten konnte. So wusste man gleich, ob gerade Silvia Rampazzo oder aber Malgorzata Wrzesien an der Reihe war. Cristian Lanza unterschied sich naturgemäß deutlicher von dem mit einem dichten Bariton ausgestatteten Giuglio Boschetti. Die bekannten Arien aus „Nabucco“, „La Traviata“, „Trovatore“ und „Otello“ flogen am Zuhörer nur so vorüber. Zwischendurch hörte man auch einmal den Namen Radames – „Aida“ war also gerade an der Reihe im Dunkel der „Verdi-Nacht“. Horcht alle her, so also kann Belcanto auch klingen!

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