Otto findet sich gut und bringt in seinen Gemälden seine „aufrichtige Verehrung für die Meister“ zum Ausdruck

Otto spricht rasant schnell, als Komiker muss er das wohl. Aber beim Malen lässt er sich nicht stören und konzentriert sich nur auf das Motiv, wie er im Gespräch mit Christian Huther verriet.

Otto spricht rasant schnell, als Komiker muss er das wohl. Aber beim Malen lässt er sich nicht stören und konzentriert sich nur auf das Motiv, wie er im Gespräch mit Christian Huther verriet.

Herr Waalkes, seit wann malen Sie wieder?

OTTO WAALKES: Wieso wieder? Ich habe schon als Kind gezeichnet und gemalt, mich haben die amerikanischen Comics fasziniert. Später habe ich Kunst studiert in Hamburg – in der Schau hängt ja mein erstes großes, aber nicht ganz fertiges Bild „Das Mädchen mit der Wollmütze“ von 1970. Das hat damals meinen Lehrer sehr begeistert, den Wiener Rudolf Hausner, der zu den Vertretern des Fantastischen Realismus zählt.

Wann haben Sie das Malen wieder intensiviert?

WAALKES: Ich bin viel mit Udo Lindenberg zusammen und habe gemerkt, dass er selbst Bilder malt. Dann hat mich Udo vor knapp zehn Jahren gefragt, ob ich auch Bilder malen will für die Galerie Walentowski, die ihn vertritt. Das habe ich auch gemacht, die Bilder wurden ausgestellt – alles war wunderbar.

Kennen Sie die Sammler, die Ihre Bilder kaufen?

WAALKES: Ja, viele kenne ich. Das sind häufig sehr kunstinteressierte Menschen und weniger Otto-Fans.

Was macht mehr Spaß, das Witzemachen oder das Malen?

WAALKES: Beides ist gleich gut. Wenn die Menschen zu mir sagen, das hast Du toll gemalt, dann ist das eine Bestätigung. Ähnlich wie auf der Bühne, wenn ich eine Geschichte mit Gitarrenmusik unterstreiche und eine kleine Bach-Variation einbaue, freut es mich auch, wenn dann applaudiert wird.

Sie erzählten, dass Sie insgesamt in den vergangenen Jahrzehnten schon 650 Bilder gemalt haben. Wie schnell malen Sie denn?

WAALKES: Das kommt auf das Motiv an. Wenn es etwas Skizzenhaftes hat, dauert es ein bis zwei Tage oder eine Woche. Manchmal dauert es sogar ein Jahr, wenn ich das Bild erst einmal liegen lasse. Aber ich kann nur drei oder vier Stunden am Tag malen, denn das verlangt enorme Konzentration.

Was reizt Sie an der Malerei, wie finden Sie Ihre Motive und künstlerischen Vorlagen?

WAALKES: Ich gehe immer vom Motiv oder von der Technik aus, die mir gefallen müssen, ohne dass ich mich groß um den historischen Hintergrund kümmere. Ich male querbeet durch die Jahrhunderte, Albrecht Dürer ist ebenso darunter wie Andy Warhol. Parodierbar sind nur bekannte Motive.

Weshalb diese Parodien?

WAALKES: Für mich sind das keine Parodien, obwohl der Begriff ja dehnbar ist. Meine Gemälde bringen ehrliche Begeisterung, eine aufrichtige Verehrung für die Meister zum Ausdruck. Und dazu kommt noch die Dreistigkeit, Ottifanten einzuschmuggeln. Das macht die Bilder erst zeitgenössisch.

Ihr Lieblingsbild?

WAALKES: Immer das Bild, an dem ich gerade arbeite. Als nächstes will ich den „Schmetterlingsjäger“ von Carl Spitzweg malen. Das wird richtig groß, mit mir als Schmetterlingsjäger und zwei Ottifanten.

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