Peter Maffay
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Von Udo Lindenberg bis Katie Melua: «Peter Maffey und...» heißt das neue Album des Musikers. Foto: Frank Molter/dpa

Duett-Album

Peter Maffay: Eine musikalische Weltreise mit Freunden

Deutschrock-Sänger Peter Maffay ist längst auch bekannt für seine musikalische Experimentierfreude. Das zeigt sich wieder mal auf seinem neuen Duett-Album.

München (dpa) - Mit «Peter Maffay und ...» übt sich der Superstar im Paarlauf: Das Album präsentiert den im bayerischen Tutzing am Starnberger See lebenden Künstler in 17 Duetten aus seiner 50-jährigen Karriere.

Mit dabei: internationale Hochkaräter wie Zucchero, Katie Melua, Lokua Kanza oder Keb' Mo' - und ein Querschnitt durch die deutsche Musikszene, von Johannes Oerding über Pur bis Udo Lindenberg.

Mit den meisten Gesangspartnern nahm Maffay - ganz der höfliche Gastgeber - einen Song aus deren Repertoire auf. «Es ist schön zu sehen, wie ein Song in der Duett-Version ein neues Leben, eine neue Energie bekommt», sagt Maffay im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Das mache nicht nur Spaß. Wenn die Wellenlänge mit dem Duett-Partner stimmt, könne aus einem altbekannten Song sogar etwas völlig Neues entstehen - ein kreatives Aha-Erlebnis.

Song- und Gästeauswahl machen auch deutlich, dass Maffay eine treue Seele ist. Ein Mensch, der trotz 19 Nummer-eins-Alben - er ist damit Deutschlands erfolgreichster Popmusiker - seine alten Freunde nicht vergisst. So finden sich auf der Platte Titel mit Herbert Dreilich (1942-2004) von Karat («Über sieben Brücken musst du gehen», der einstige Maffay-Hit) sowie Lieder von und mit Johnny Tame und Tony Carey - frühe, heute weniger bekannte Wegbegleiter des Stars.

«Doch alle diese Begegnungen haben Spuren hinterlassen, sie haben mich zu dem Musiker geformt, der ich heute bin», sagt er und erinnert sich an Zeiten, als man gemeinsam nächtelang im Studio «gespielt, gesoffen, geraucht» und damit den Rock 'n' Roll gelebt habe. Diese wilden Jahre sind für den 1949 in Rumänien geborenen und seit 1963 in Deutschland lebenden Musiker natürlich längst vorbei. Vor allem seit er mit seiner Lebenspartnerin, der Lehrerin Hendrikje Balsmeyer, vor zwei Jahren nochmal Vater wurde.

Der ausgeprägte Familiensinn des in vielen sozialen und karitativen Projekten engagierten Künstlers zeigt sich auch bei der Wahl seiner Mitmusiker. Seit mehreren Jahrzehnten vertraut Maffay mehr oder weniger auf die gleichen Leute. «Schon so lange, dass ich das mittlerweile als ein Zusammenleben empfinde - bei dem wir gelegentlich noch Musik machen», sagt er fröhlich.

Und als Familienoberhaupt in der Musik? Füllt er die Chefrolle dort eher mit Strenge oder mit Sanftmut aus? Die Antwort kommt schnell und bestimmt: «Ich bin streng. Streng und störrisch.» Auch wenn das Wort eines jeden Musikers gehört werde und zähle, funktioniere Basisdemokratie in einem Bandgefüge nunmal nicht.

Neben dem neuen Album «Peter Maffay und ...» ist Maffay auch Gast auf dem Weihnachtsalbum «Das große Adventskonzert» mit dem Dresdner Kreuzchor - und dazu in neuen Rollen zu erleben: Kürzlich starteten er und sein Team von den Red Rooster Studios das «Maffay TV» und den Podcast «Peter Maffay Radio Show». Der Grund für die neuen medialen Aktivitäten liegt - man kann es erahnen - an den Auswirkungen der Corona-Pandemie: «Das ist ein positiver Corona-Aspekt: Da wir nicht auf Tour gehen können, haben wir die Zeit, um neue Ideen und Innovationen umzusetzen.»

Die neue Rolle des digitalen Journalisten mache ihm Spaß, das schon. Gleichzeitig gibt Maffay aber zu, dass er noch nicht wisse, ob die Formate langfristig bestehen werden. Vielleicht sind sie nämlich auch nur Notnägel, solange Tourneen unmöglich sind. Jedenfalls macht der erfahrene Sänger und Gitarrist klar: «Es ist kein Ersatz für unser Kerngeschäft - das ist und bleibt die Musik.»

© dpa-infocom, dpa:201129-99-505947/3

Website Peter Maffay

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