Der frühere Generalmusikdirektor Sylvain Cambreling (69) kehrt als Dirigent an die Frankfurter Oper zurück.
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Der frühere Generalmusikdirektor Sylvain Cambreling (69) kehrt als Dirigent an die Frankfurter Oper zurück.

Neue Spielzeit vorgestellt

Die Pläne und Visionen der Oper Frankfurt

Eröffnet wird die nächste Spielzeit mit „Drei Schwestern“ von Peter Eötvös. Ergänzend zu den Neuinszenierungen gibt es acht Liederabende.

Der Intendant der Oper Frankfurt will die Idee eines Neubaus der Städtischen Bühnen nicht aufgeben. Oper und Schauspiel am Willy-Brandt-Platz sind marode, in der Stadt wird über Sanierung oder Neubau diskutiert. „Nach meinem Gefühl könnte da mehr Bewegung drin sein“, sagte Bernd Loebe bei der Spielplan-Pressekonferenz.

Loebe, der das Haus seit 16 Jahren führt, findet es „nachvollziehbar“, dass die Stadt nach einer kostengünstigen Lösung sucht. Man müsse ja nicht gleich die Elbphilharmonie im Blick haben, aber: „Die Vision eines neuen Opernhauses in einer stetig wachsenden Stadt, das neue Touristenströme anzieht, eine größere Internationalität anstrebt und auch die vorhandene Basis mit weiteren hochklassigen Produktionen füttert, mag erlaubt sein.“ Im vergangenen Jahr war ein erstes Gutachten zu dem Schluss gekommen, dass Abriss und Neubau ebenso wie eine Sanierung im Bestand jeweils rund 900 Millionen Euro kosten würden. Nun wird eine günstigere Sanierung geprüft.

Versöhnter Cambreling

Mit Peter Eötvös Tschechow-Oper „Tri sestry“ (Drei Schwestern) startet die Oper Frankfurt am 9. September in die neue Spielzeit. In der kommenden Saison gibt es auch ein Wiedersehen mit dem früheren Generalmusikdirektor Sylvain Cambreling, der die Frankfurter Oper vor mehr als 20 Jahren im Unfrieden verlassen hatte. Er kehrt im Juni kommenden Jahres an seine frühere Wirkungsstätte zurück, um Karol Szymanowskis Oper „Krol Roger“ (König Roger) zu leiten. „Er hat sich mit der Stadt und unserem Haus ausgesöhnt“, teilte Opernintendant Bernd Loebe mit.

Eröffnet wird die kommende Spielzeit am 9. September mit einem modernen Klassiker: Die Inszenierung von Peter Eötvös Tschechow-Vertonung „Tri sestry“ (Drei Schwestern) wird Dorothea Kirschbaum besorgen. Vier Countertenöre führen die aufwändige Besetzungsliste an. Am 12. September startet die Saison im Bockenheimer Depot mit der deutschen Erstaufführung von „Lost Highway“ der 1968 geborenen Komponistin Olga Neuwirth. Tschaikowskys fast unbekannte Oper „Iolanta“ wird am 28. Oktober zum ersten Mal in Frankfurt gezeigt, gemeinsam mit Strawinskys Einakter „Oedipus Rex“. Auch in puncto Verdi gibt es nach wie vor Neues zu entdecken. Die Oper „Der Korsar“ ist am 7. November zum ersten Mal in Frankfurt zu hören, allerdings nur in konzertanter Form. Bellinis „Puritaner“ haben am 2. Dezember Premiere und Verdis „La forza del destino“ (Die Macht des Schicksals) kommt am 27. Januar zum ersten Mal seit rund 50 Jahren wieder auf die Frankfurter Opernbühne. Tobias Kratzer ist für die Inszenierung des berühmten Werks vorgesehen.

Der ferne Klang

Nach einer von Jugendlichen erarbeiteten Vorstellung der Rock-Oper „Mina“ (von Uwe Dierksen) am 2. Februar im Bockenheimer Depot bietet die Premiere von Smetanas „Dalibor“ am 24. Februar eine weitere Rarität im Spielplan. Mehr als hundert Jahre nach seiner Uraufführung in Frankfurt ist am 31. März nächsten Jahres Franz Schrekers „Der ferne Klang“ zu erleben. Händels „Rodelinda“ (Premiere am 12. Mai 2019 mit dem gefeierten Rheingauer Countertenor Andreas Scholl) und eben Szymanowskis „Krol Roger“ (9. Juni) runden den Premierenreigen im Großen Haus ab. Im Depot werden dazu am 15. Juni zwei unterschiedliche Italiener zusammengekoppelt: Bruno Maderna („Satyricon“) und Gian Carlo Menotti („The Medium“) – auch diese Werke werden erstmals in Frankfurt gezeigt.

Die Reihe der acht Liederabende eröffnet der Bass Günther Groissböck am 11. September. Die Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller (20. November) findet sich unter den Interpreten ebenso wie Edita Gruberova (23. April) sowie der „hauseigene“ Tenor Michael Porter (7. Mai). ge/dpa

Oper Frankfurt

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