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Matthias Schweighöfer singt

Alte Oper Frankfurt

Schauspieler Matthias Schweighöfer beeindruckt mit seinen vokalen Qualitäten

Kino-Liebling Matthias Schweighöfer setzt in der Frankfurter Alten Oper seine vergangene Woche unterbrochene „Lachen-Weinen-Tanzen“-Tour fort.

Immer wieder findet Matthias Schweighöfer zwischen den Songs Zeit zu vermeintlich persönlichem Geplaudere. Warum der beliebte Leinwand-Schauspieler plötzlich im Zweitberuf zum Musiker avancierte, erklärt er so: „Wochenlange Dreharbeiten sind etwas total Anonymes. Mir fehlte da der direkte Bezug zum Publikum. Beim Musikmachen ist das völlig anders: Da gibt es einen intensiven Kontakt.“ An anderer Stelle gibt er in einem Anflug von Selbstironie zum gleichen Thema folgendes zu Protokoll: „Ihr habt Euch sicherlich schon gefragt: Jetzt muss der auch noch singen, oder? Es gibt doch schon einen Tim Bendzko!“ Gekichere im Publikum.

Schweighöfer musste Konzerte wegen verklemmtem Rückennerv absagen

So nett austarierte Sätze gehen der Besucherschar selbstverständlich runter wie Öl. Etwas später am Abend geht das blondgelockte 37 Jahre alte Multitalent in Jeans, Sneakers, T-Shirt und Blouson mit seiner Fangemeinde auf Tuchfühlung: Minutenlang stromert er durch die Sitzreihen. Schüttelt Hände, umarmt sich ihm entgegengestreckte Körper und posiert für Sekunden-Selfies. Knappe Kommentare findet der Sympathieträger auch für die medialen Schlagzeilen der vergangenen Tagen: Wegen eines akut eingeklemmten Rückennervs musste Schweighöfer vor einer Woche das Konzertgastspiel in Erfurt abbrechen. Weitere Termine seiner „Lachen-Weinen-Tanzen“-Tour in Zwickau, Köln und Bremen fielen ebenfalls aus. Ein Nebensatz zur Erklärung, als er seinen in der Alten Oper anwesenden Osteopathen begrüßt, genügt ihm da. Noch kryptischer reagiert der nach wie vor jungenhafte Mime auf seine selbst auf Instagram publik gemachte Nachricht:Angeblich befinde sich „seine Frau, die ich über alles liebe“ ebenfalls im Raum.  Einen Namen nennt er allerdings nicht.

Kürzlich von Mutter seiner Kinder getrennt

Dazu muss man wissen, dass der Damenbetörer jüngst die endgültige Trennung von seiner langjährigen Freundin, Regieassistentin Angelika „Ani“ Schromm, bekannt gab. Eine Beziehung, die wohl 2004 ihren Anfang nahm. Das Paar war zwar schon einmal zeitweilig getrennt, raufte sich aber wieder zusammen – wohl auch, wegen der beiden gemeinsamen Kinder. Im gleichen Post verkündete Schweighöfer weitere Details: „In meinem Leben gibt es inzwischen eine neue Frau. Ich bin gespannt was die Zukunft bringt.“ In der Gerüchteküche überschlagen sich seither die Meldungen, dass es sich bei der neuen Liebe womöglich um Schauspiel-Kollegin Ruby O. Fee (22) handeln könnte.

Aber Matthias Schweighöfer setzt die Tournee in der nur halb gefüllten Alten Oper ja nicht deshalb fort, um bei den Klatschgeschichten noch mehr ins Detail zu gehen. In erster Linie stehen die Songs vom zwei Jahre alten CD-Debüt „Lachen Weinen Tanzen“ auf dem Programm. Ein Album, das sich im deutschsprachigen Raum recht anständig verkaufen und auf Rang 5 platzieren konnte.

Tatsächlich klingt das Pop-Rock-irgendwas-Gemisch mit Hang zum Balladesken stark nach jener von Tim Bendzko, Max Giesinger, Andreas Bourani und Philipp Poisel angeführten Schmerzensmännerriege, die in den vergangenen Jahren deutsche Popkultur dominierte und die der nun ebenfalls auf Tournee befindliche TV-Satiriker Jan Böhmermann alias Jim Pandzko in „Menschen Leben Tanzen Welt“ trefflich karikierte.

Tadelloser Einstieg in das Konzert von Matthias Schweighöfer in der Alten Oper

Nachdem Matthias Schweighöfer mit der Ballade „Superman und seine Frau“, die auf surreale Weise eine Pärchentrennung aufarbeitet, ein tadelloser Einstieg glückt, lässt sich konstatieren: Zu singen versteht Herr Schweighöfer. Etwaige Schwachstellen deckt die siebenköpfige Begleitband mit gleich mehreren stimmstarken Vokalisten ab. Ordentlich entertainen kann er auch. Und die gesäuselte Gefühligkeit der Texte der zumeist im Ohrwurm-Modus gefertigten Songs wie „Fliegen“, „Deine Liebe“, „Viel zu viel“ oder „Wir haben immer alles unter Kontrolle“ fühlt sich bestens beim textsicheren Publikum aufgehoben.

Da darf natürlich weder ein noch betulicherer Akustikteil fehlen noch der Schweighöfer’sche Einsatz am Klavier. Dem Sänger und Songwriter Sam Wieland, vergangenen Dezember im Alter von nur 27 Jahren verstorben, widmet er das von Wieland komponierte „Auf uns zwei“. Sein künstlerisch zweifellos vorhandenes Niveau kann Matthias Schweighöfer bis zum Zugabenteil halten. Da covert er mehr als passabel auch noch Philipp Poisels „Eisernen Steg“. Der Abend endet, wie er anfing: mit „Superman und seine Frau (Reprise)“. Weil sich Matthias Schweighöfer im Rampenlicht so pudelwohl fühlt, hauen er und seine Mitmusiker einfach den urigen Titelsong „Lachen Weinen Tanzen“ in einer noch schmissigeren Version raus.

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