Ferienprogramm

Wie sich Hessens Museen um junge Besucher bemühen

In den Sommerferien bietet sich für Kinder und Familien ein Museumsbesuch an. Daher richten viele Ausstellungshäuser in Hessen Angebote speziell an junge Besucher.

Malen, sich verkleiden oder eine Ausstellung planen – Museen in Hessen lassen sich eine ganze Reihe an Dingen einfallen, um Kinder bei einem Museumsbesuch bei Laune zu halten. Hier eine Auswahl dessen, was die Ausstellungshäuser jungen Besuchern bieten:

  Mini-Schirn Frankfurt: Farben mixen, fühlen oder über den eigenen Schatten springen – in der Kunsthalle Schirn gibt es einen Spiel- und Lernparcours für Kinder von drei Jahren bis ins Grundschulalter. Die Mini-Schirn ist aufgebaut wie ein riesiges Baumhaus. Verschiedenste Objekte laden zum Anfassen, Zusammenbauen und Auseinandernehmen an – Gucken, Nachdenken und Lesen sei genauso erlaubt, heißt es. Derzeit ist die Schirn wegen Umbaus allerdings geschlossen – bis zum 22. August.

  Junges Museum Frankfurt: Früher hieß es Kindermuseum, jetzt will das „Junge Museum“ eine etwas ältere Zielgruppe der „Kids“ von sieben bis zwölf Jahren ansprechen. Im gerade für viele Millionen neugebauten Historischen Museum sind auf 600 Quadratmetern unter anderem ein historisches Schulzimmer, eine alte Drogerie, eine Urgroßmutter-Küche, ein Kolonialwarenladen, ein Raum mit historischem Spielzeug, ein Schattentheater und ein Familienzimmer zu sehen.

„Es verknüpft die heutige Lebenswelt mit der Geschichte und macht sie nacherlebbar“, sagte Museumsdirektor Jan Gerchow. Die Umbenennung zum „Jungen Museum“ begründet er damit, dass Kinder heute nicht mehr gern als Kinder bezeichnet würden und Jugendliche sich vom alten Namen nicht angesprochen gefühlt hätten.

  Deutsches Filmmuseum Frankfurt: Wer schon immer einmal mit dem Teppich über Frankfurt fliegen wollte, kann dies im Deutschen Filmmuseum Frankfurt tun. Kinder und Jugendliche können in einem digital ausgerüsteten Filmstudio und Werkstatträumen die Faszination des Mediums experimentell erforschen. Aus unterschiedlichen Fotos und Videos kann man einen Hintergrund wählen und sich dann vor dem „Bluescreen“ in eine neue Welt versetzen. Zur Erinnerung kann ein Foto mit nach Hause genommen werden.

  Senckenbergmuseum: Das Senckenbergmuseum hat Angebote für alle Altersgruppen – von der Schnupperstunde für Kinder ab drei Jahren, die erstmals mit einem Museumsbesuch vertraut gemacht werden und einen Fisch auf seiner Reise durch das Meer begleiten, bis zu einem Angebot für „Jungforscher“ im Alter von sieben bis zehn Jahren, die auch in den Museumswerkstätten noch einmal eine Aktion zu den ungewöhnlichsten Säugern der Erde erleben können. Für vier- bis sechsjährige Kinder gibt es außerdem die Tour „Abenteuer Museum“, bei der es vor allem um die Unterwasserwelt geht. Eine „Reise in die Urzeit“ wird jeweils montags um 15 Uhr als spezielle Sommerferienführung für Familien angeboten.

  Hessisches Landesmuseum Darmstadt: Im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt zahlen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre keinen Eintritt. Wenn Großeltern mit ihren Enkeln kommen, ist es auch für sie an den „Großelterntagen“ deutlich billiger. Eine Handpuppe mit dem Namen „Museumsdirektor Dinkeltaler“ hilft Vier- bis Sechsjährigen an bestimmten Tagen, das Museum zu entdecken. Besonders originell geht es bei den Angeboten für Kindergeburtstage zu. Dabei können sich die Kinder in die Zeit der Römer versetzen und lernen, wie diese eine Toga anlegten oder Gladiatorenkämpfe organisierten. Kuriose Tiernamen sind ein anderes Thema. Dabei müssen die Kinder Tiere wie „Hasenrehhörnchen und Kasuarbockel“ in der Sammlung finden und herausfinden, was es mit den Namen auf sich hat. Oder es geht mit der Beutelratte Frieda nach Messel und zu seinen viele Millionen Jahre alten fossilen Schätzen.

  Hessisches Landesmuseum Kassel: In Kassel haben Grundschüler die Möglichkeit, im Hessischen Landesmuseum eine eigene Ausstellung zu planen, umzusetzen und in einem speziellen Bereich zu präsentieren. „Mein Ding! Deine Geschichte! Unser Museum!“ ist ein zweiwöchiges Projekt der Museumslandschaft Hessen-Kassel (mhk) und mehrerer Kooperationspartner. „Das Projekt wird durch einen Online-Auftritt begleitet, der aktuell im Aufbau ist und von den teilnehmenden Kindern im Laufe des Projekts mit Videos, Bilder und Beiträgen gefüllt wird“, sagt eine mhk-Sprecherin.

  Schloss Wilhelmshöhe: Ein eher erwachsenes Thema versucht man im Kasseler Schloss Wilhelmshöhe den Kindern näher zu bringen: Bei „Malen wie die Alten Meister“ geht es um die Auseinandersetzung mit Werken von Künstlern wie Rembrandt oder Rubens. Mit Bleistift und Skizzenblock zeichnen die Kinder dabei vor den Bildern eigene Entwürfe, in Kreativ-Räumen werden Techniken ausprobiert, Farben gemischt und Maltechniken erprobt.

  Mathematikum Gießen: Junge Zahlenfüchse können sich zu einstündigen Ferien-Workshops des Mitmachmuseums Mathematikum in Gießen anmelden. Die Teilnehmer – Kinder ab zehn Jahren dürfen mitmachen – lernen anhand verschiedener Objekte Wissenswertes aus der Welt der Mathematik, wie das Museum mitteilt. Kurse werden zu verschiedenen Themen angeboten, etwa „Multiplizieren leicht gemacht“ oder „Zahlen mit Knoten“. Die Teilnehmer können so auch in die Welt der Inka eintauchen, denn: „Mit diesen Knotenschnüren, den sogenannten Quipus, verwalteten die Inkas ihren kompletten Staat.“

  Kinder-Akademie Fulda: Von vorneherein auf Kinder als Haupt-Zielgruppe ausgerichtet ist die Kinder-Akademie Fulda. Zu den Hauptattraktionen zählt dort das laut Museum europaweit einzige „Begehbare Herz“. Angeboten werden auch Workshops – etwa in der Kunstschule oder im Erfinderclub. In den Ferien werden auch einwöchige Kurse angeboten.

  Museum Wiesbaden: Das Museum Wiesbaden hat jeden ersten Samstag im Monat extra für die kleinen Gäste einen besonderen Tag eingerichtet. Dann werden Maltische in der Wandelhalle mit Platz für bis zu 15 Kindern aufgebaut. Die auszumalenden Bücher und Papiere passen teils zu den laufenden Ausstellungen im Haus und sind auch mit einfachen Fragen zu den Themen versehen. Aber auch die ganzen Kleinen im Alter von zwei bis drei Jahren können sich schon mit Buntstiften vergnügen. Ein pädagogischer Betreuer des Museums ist anwesend. Der Eintritt für dieses Kinder-Event ist nach Angaben eines Sprechers frei.

Das Museum bietet auch noch extra Familienführungen an und baut das Haus familiengerecht um. Besucher mit Kinderwagen sollen künftig leichter hereinkommen. Außerdem sollen extra Räume zum Verweilen und Spielen für die Kinder und Eltern entstehen. dpa

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