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James Halliday (Mark Rylance) hat das digitale Reich OASIS erschaffen. In dieser Traumwelt versammeln sich alle, die vor der Wirklichkeit flüchten.

Science-Fiction

Steven Spielbergs "Ready Player One" kommt in die Kinos

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Der Altmeister spektakulärer Kinokunst zeigt seine Vision eines neuen künstlichen Traumreichs namens OASIS, in das sich die Menschen flüchten.

Gerade erst hat Steven Spielberg mit „Die Verlegerin“ einen grundsoliden Journalisten-Thriller in die Kinos gebracht. Wer in dem konventionellen Genrefilm schon das Alterswerk des 71-jährigen Popcorn-Movie-Pioniers sah, wird nun mit Spielbergs neustem Werk eines Besseren belehrt. „Ready Player One“ führt zurück in die Zukunft und die Welt der Science-Fiction, wo sich Spielberg zuletzt in Filmen wie „A. I. Artificial Intelligence“, (2001), „Minority Report“ (2002) und „War of the Worlds“ (2005) aufgehalten hat.

Als Vorlage diente der gleichnamige Roman von Ernest Cline, der unter Gamern Kultstatus genießt und in die dystopische Welt des Jahres 2045 entführt. Die Menschheit der Zukunft hat hier aufgehört, die Probleme der Welt lösen zu wollen, und sich mit Umweltverschmutzung, Überbevölkerung und grassierender Armut abgefunden. In Columbus, Ohio, stapeln sich die Wohnwagen der Ghetto-Bewohner auf riesigen Stahlgerüsten in den Himmel hinein. In dieser Welt gibt es weder Hoffnung noch Lebensziele, und so streifen die Menschen die VR-Brille über, um sich in die virtuelle Scheinwirklichkeit zu flüchten. OASIS nennt sich das riesige Digital-Universum, in das sich jeder einloggen kann, um zu sein und zu tun, was ihm im wirklichen Leben verwehrt bleibt.

Es ist der gesamtgesellschaftliche Sieg der Wirklichkeitsflucht, der sich hier mit geballter medialer Verführungskraft entfaltet. Für den jugendlichen Waisenjungen Wade Watts (Tye Sheridan) hat das Leben in der echten Welt nichts zu bieten, aber in OASIS hat er sich eine eigene, neue Identität aufgebaut. Hier heißt er Parzival und trifft seinen besten Kumpel Aech, der über beträchtliche körperliche Kräfte und eine riesige High-Tech-Werkstatt verfügt, sowie die coole Motorradfahrerin Art3mis.

Jeden Tag nehmen die drei an einem rasanten Rennen teil, bei dem niemand an den Dinosauriern, King Kongs und anderen mörderischen Hindernissen vorbei zum Ziel zu gelangen scheint. Dort wartet als Belohnung einer der drei Schlüssel, die der kürzlich verstorbene Erschaffer von OASIS, James Halliday (Mark Rylance), in seinem Reich versteckt hat. Die Schlüssel wiederum führen zu einem „Osterei“, das dem Gewinner die kompletten Rechte an OASIS überträgt und ihn damit zum Multi-Milliardär macht.

Neben den Einzelkämpfern ist auch das Unternehmen „IOI“ hinter der Macht über das Spieluniversum her und wirft eine ganze Armee von Gamern ins Rennen. Aber um Hallidays Rätsel zu lösen, muss man nicht nur mit der Lebensgeschichte des Schöpfers vertraut sein, sondern auch über gründliche Kenntnisse der Popkultur verfügen. Hiermit öffnet Spielberg die Tür in einen wilden Dschungel an cineastischen und musikalischen Anspielungen, deren Höhepunkt ein Ausflug in die Welt von Stanley Kubricks „Shining“ ist, wo die Spieler sich im Gruselhotel neuen und alten Herausforderungen stellen müssen. Randvoll hat Spielberg die fantastische OASIS-Welt mit popkulturellen Verweisen aus den 70er und 80er Jahren gefüllt und schreckt dabei auch vor Selbstzitaten nicht zurück. Der Nostalgietrip wird in eine digitale Wunderwelt mit neuesten technischen Effekten verlegt, was dem filmischen Gesamtkunstwerk eine interessante Grundspannung verleiht.

Höhepunkt der Handlung ist eine Rebellion der Gamer, die sich gegen die feindliche Übernahme ihrer Spielwelt durch habgierige Konzerne zur Wehr setzen und am Ende den Wert der echten Wirklichkeit wieder zu schätzen lernen. Auch wenn Spielbergs Film im Vergleich zur Buchvorlage den gesellschaftskritischen Zusammenhang etwas verengt und „Ready Player One“ nicht die Komplexität vergleichbarer Werke von Christopher Nolan („Inception“) erreicht, entwickelt die Angelegenheit doch als kreatives Dauerfeuerwerk auf der Kinoleinwand eine ungeheuer unterhaltsame Wirkung. Sehenswert

In diesen Kinos

Frankfurt: Berger (D+E), Cinestar, E-Kinos (D+E), Metropolis (D+E). Sulzbach: Kinopolis (D+E).

Limburg: Cineplex. Offenbach:

Cinemaxx. Hanau: Kinopolis (D+E). Mainz: Cinestar

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