Strahlend charmant wickelte sie alle um den Finger

Die Mozart-Nacht des Rheingau-Musik-Festivals im Kloster Eberbach mit den „Festival Strings Lucerne“ und Sopranistin Rinnat Moriah war ein Glücksfall.

Trotz schlimmer Wetterprognose konnte die traditionelle Mozart-Nacht im Kloster Eberbach an beiden Terminen unter freiem Himmel und bei angenehmen Temperaturen stattfinden. Die Rahmenteile im Kreuzgang wurden von den „Festival Strings Lucerne“ gestaltet. Als Konzertmeister leitete Daniel Dodds das dirigentenlose Streicherensemble, dem aber auch Holzbläser und Hörner angehören. Das Fernorchester aus Taube, Schwalbe und Grille improvisierte zwar eher, harmonierte aber nicht schlecht mit dem Schweizer Orchester.

Zweiter Glücksfall: Noch besser fügte sich zu den Schweizern Rinnat Moriah, die kurzfristig für die erkrankte Anna Lucia Richter eingesprungen ist. Moriah ist derzeit gelegentlich in Heidelberg zu hören, aber auch auf dem Weg nach ganz oben. Das Publikum wickelte sie strahlend charmant um den Finger, die Mozart-Arien interpretierte sie feinsinnig mit schlanker, aber tragender Stimme, die auch in der Höhe klar, unangestrengt und ohne Schärfe funkelt. Die mit großer Spielfreude und Perfektion agierenden Luzerner spielten zudem Mozarts 33. Sinfonie, die „Armida“-Ouvertüre von Haydn und die „Olympie“-Ouvertüre von Joseph Martin Kraus, dem genialen „schwedischen Mozart“ aus Miltenberg am Main. Im Mittelteil der Mozart-Nacht – Qual der Wahl – konnte man etwa das hervorragende „Stepp-Quartett“ im Hospitalkeller hören.

(kum)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare