1. Startseite
  2. Kultur

Ein Stück Hollywood zum Anfassen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Kyle Gass begeistert Fans und ist selbst begeistert.
Kyle Gass begeistert Fans und ist selbst begeistert. © Julian Sajak

Musiker und Schauspieler Kyle Gass unterhält beim Gastspiel in der Frankfurter Batschkapp auch ohne seine "Tenacious D"-Hälfte Jack Black famos.

Genüsslich streicht sich der untersetzt kleine Herr grauem Haarkranz über den fülligen Bauch, bevor er seine frohe Kunde verlautbart: „Nach der Show stehen wir noch für Autogramm- und Selfie-Wünsche zur Verfügung“. Mit Jubelgeheule goutiert das die seit dem hartmetallischen Auftaktsong „Manchild“ außer Rand und Band geratene Fangemeinde und intensiviert vehement ihren ohnehin schon ausgiebiges Beifall aus Armrecken mit Teufelshorngruß und manischem Luftgitarrenspiel. Kyle Gass grinst selbstzufrieden. So eine innige Fannähe kann der 56 Jahre alte kalifornische Musiker und Schauspieler, der erst spät internationale Karriere machte, nicht alle Tage genießen. Schon gar nicht, wenn er im Gespann mit Kollege und Langzeitweggefährte Jack Black im Comedy-Rock-Duo „Tenacious D“ unterwegs ist. Denn dann spielt Gass in großen Hallen. In die mittels Raumteiler auf minimale Kapazität verkleinerte Batschkapp zog es indes nur den überschaubaren harten Fankern.

Im Repertoire aus Eigenkompositionen sowie Coverversionen spiegelt sich die musikalische Sozialisation des mit Old School Rock groß gewordenen Namensgebers: Programmatisches wie „Gettin’ The Band Back Together“ und „Our Job To Rock“ oszilliert zeitlos kraftvoll zwischen Hard Rock und Southern Rock der 70er Jahre. Dass Kyle Gass seinen Hang zur Comedy nicht unterdrücken mag, demonstriert nicht nur „Cakey“, wo er auf zwei Blockflöten parallel zum schrägen Solo ansetzt. Das Fundament der „Kyle Gass Band“ bildet jedoch das präzise Gitarrenduo: Mike Bray und der von „Tenacious D“ bekannte John Konesky liefern sich virtuose zweistimmige Soli wie einst in „The Allman Brothers Band“, „Wishbone Ash“ oder „Thin Lizzy“.

Brays vorzügliche Blues-Stimme taugt zudem für etliche Gesangsbeiträge. Besonders eindrucksvoll gelingt die zweiteilige Prog-Rock-Hommage „Gypsy Scroll“ in skurriler Verkleidung mit verteilten Rollen. Bassist Jason Keene bläst dann und wann eine saftige Blues-Mundharmonika. Und Schlagzeuger Tim Spier, den Gass dauernde frotzelte, liefert gar eine urige Michael-Jackson-Parodie.

Auch interessant

Kommentare