Frankfurter Oper

Die Trojaner erobern die Bühne

Auch in der Spielzeit 2016/17 setzt die Frankfurter Oper auf eine attraktive Mischung aus Zeitgenössischem und Klassikern, diesmal mit französischem Schwerpunkt.

Es ist bereits die 15. Spielzeit, die Frankfurts Opernintendant Bernd Loebe mit dem Programm für 2016/17 vorstellte. Loebe, der sich gerade von einer Bandscheiben-Operation erholt, blickt mit Zuversicht in die Zukunft seines Hauses, das nach momentanem Stand wieder eine Auslastung von 83 Prozent (mit Tendenz nach oben) verbuchen kann. Der Publikumszuspruch für sein ambitioniertes Musiktheater ist da und zeigt, „dass wir es schaffen, das Haus lebendig zu gestalten“, so der Intendant.

Zwei Projekte unter den insgesamt zwölf Premieren in der kommenden Spielzeit will Loebe besonders herausgestellt wissen: So wagt sich die Frankfurter Oper nach langer Zeit am 19. Februar 2017 wieder an Berlioz’ gewaltige „Trojaner“. Mit Eva Maria Höckmayr wurde eine Regisseurin der jüngeren Generation verpflichtet, „damit erst gar kein Vergleich zur Arbeit von Ruth Berghaus aufkommt“, so Loebe. Wie die meisten Produktionen wird auch diese fast ausschließlich mit Ensemblemitgliedern besetzt, worauf der Intendant zu recht stolz ist. Zweite große französische Neuproduktion am 11. Juni 2017 ist die Koppelung von Debussys „La damoiselle élue“ mit Honeggers „Johanna auf dem Scheiterhaufen“. In der Titelrolle wird hier Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard zu erleben sein.

Der Auftakt am 18. September ist wieder einem zeitgenössischen Werk vorbehalten. Intendant Loebe will mit der deutschen Erstaufführung von Andrea Lorenzo Scartazzinis Oper „Der Sandmann“ (nach der berühmten Romanfigur von E. T. A. Hoffmann, 2012 in Basel uraufgeführt) abermals eine Lanze für die Moderne brechen. Die Regie übernimmt Christof Loy.

Weiter geht’s im Spielplan-Kalender mit Brittens erstem Bühnenwerk „Paul Bunyan“, das am 9. Oktober im Bockenheimer Depot Premiere hat und von Brigitte Fassbaender in Szene gesetzt wird. Mit Flotows „Martha“ (Premiere 16. Oktober) will sich das Frankfurter Haus wieder einmal an einer deutschen Spieloper versuchen. Hier dirigiert Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, wie auch die nachfolgende Premiere von Tschaikowskys „Eugen Onegin“ am 20. November.

Der engen Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern zollt eine Aufführungsreihe vom 3. Dezember bis 5. Januar im Bockenheimer Depot Tribut, wo nicht nur Eötvös’ „Der goldene Drache“ wiederaufgenommen wird, sondern auch zwei Werke von Steve Reich, „The Cave“ und „Music für 18 Musicians“, sowie Mauricio Kagels „Spectacle Spaces“ auf die Bühne kommen.

Verdi konzertant

Der erfolgreiche Händel-Zyklus an der Frankfurter Oper wird am 8. Januar mit „Xerxes“ fortgesetzt; zwei Mal Verdi steht mit „Ernani“ (konzertante Premiere am 20. Januar) und „Rigoletto“ (19. März) auf dem Spielplan. Mit drei Einaktern von Ernst Krenek, die 1928 in Wiesbaden uraufgeführt wurden („Der Diktator“, „Schwergewicht oder Die Ehre der Nation“ und „Das geheime Königreich“, Premiere am 30. April) sowie Mozarts Kriegs-Oper „Betulia liberata“ (Premiere am 21. Juni im Bockenheimer Depot) klingt die Saison aus.

Mit 14 Wiederaufnahmen (von „Carmen“, „Don Giovanni“ und „Lohengrin“ bis hin zur „Zauberflöte“) in vielfach neuer Besetzung und 8 Liederabenden, wo auch der erkrankte Johannes Martin Kränzle wieder auftreten wird, kommt die Frankfurter Oper zusammen mit den zahlreichen Extra-Veranstaltungen, insbesondere für Kinder, Familien und junge Erwachsene, in der nächsten Saison auf mehr als 510 Veranstaltungen. md

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