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Tschechische Philharmonie im Kurhaus Wiesbaden

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Von: Matthias Gerhart

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Die Geigerin Hilary Hahn gastierte am Abend zuvor mit der Tschechischen Philharmonie im Kurhaus Wiesbaden. Es gab Mozart in Vollendung und Dvorák.

Am Vorabend des Festival-Finales war also diese sympathische Künstlerin aus Amerika zu Gast im Thiersch-Saal – schon oft zog sie an dieser Stelle die Zuhörer mit ihrem delikaten, smarten Strich in ihren Bann. Diesmal war es Mozarts A-Dur-Konzert (KV 519), das ihr leicht und locker über die Hand ging, gerade so, als hätte sie die technisch so kompliziert wiederzugebende Musik mit ihrer Muttermilch eingesogen.

Hahn ist ein Naturtalent – wenngleich eine so perfekte Interpretation harter Arbeit bedarf. Vor allem in den beiden lebhaften Ecksätzen zeigte die Solistin grazile Ausdrucksstärke, die sehr gut mit dem Spiel der von Juri Belohlavek geleiteten Tschechischen Philharmonie korrespondierte.

Man wird dieses Prager Traditionsorchester in den vergangenen Jahren kaum erlebt haben, ohne dass einer der großen tschechischen Meister auf dem Programm gestanden hätte. Im Jahr seines 175. Geburtstages war es heuer einmal mehr Antonin Dvorák – die „Karneval“-Ouvertüre sowie die frische achte Sinfonie („Englische“) gehören zu den beliebtesten Werken des böhmischen Meisters, sie sind rund und reif gestaltet.

Für ein sommerliches Konzert im Kurhaus war die spritzige Ouvertüre gerade das Richtige. Das Orchester legte sich gleich richtig ins Zeug und brachte schwungvoll vorantreibende Musik voller Inspiration und Ausdruck. Die kraftvollen Streicher und die an diesem Abend besonders gut aufgestellten Bläser ergänzten sich auch in der kontrastreichen Sinfonie hervorragend. Ein gefühlvoller Tanz im Allegretto grazioso, dynamische Wucht im abschließenden Allegretto.

Die Prager lieben ihren Dvorák und kosten seine Musik immer wieder zu mitreißenden Klangerlebnissen aus. Den Böhmen liegt die Musik eben im Blut – auch 175 Jahre nach der Geburt eines ihrer ganz großen Söhne.

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