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Wo Slash alias Saul Hudson auftritt, und sei es auch mit Band, da gibt es nur noch Slash. Fotoi: Sven-Sebastian Sajak

Konzert in Offenbach

"Slash featuring Myles Kennedy and the Conspirators" rocken in der Stadthalle

Die famose Hartmetallzunft aus Los Angeles zeigte, was an Heavy Metal in ihr steckt und auch bei diesem Auftritt dringend raus musste.

Offenbach - Als sich Sologitarrist Slash 1996 unter vehementem Getöse von „Guns N’ Roses“ trennte, war guter Rat teuer. Zu echten Heldentaten schwang sich das von Sänger Axl Rose weitergeführte Unternehmen erst wieder auf, als sich nach langer Funkstille im Dezember 2015 Slash sowie auch Ur-Bassist Duff McKagan wieder hinzugesellten. Wobei letztjährige Gastspiele hierzulande mit signifkanten Qualitätsunterschieden bei den Auftritten berechtigte Zweifel aufkommen ließen, ob das alte Hartmetall-Schlachtross aus Los Angeles sich jemals wieder zu Glanzleistungen der Frühzeit aufzuschwingen vermag. Ein angemessenes Reunion-Album blieben Axl Rose und Co., obwohl angekündigt, bis heute schuldig.

Songs mit Klasse

Slash alias Saul Hudson geht daher vorsichtshalber auf Nummer sicher, wenn er nach den ad acta gelegten Nachfolgeformationen „Slash’s Snakepit“ und „Velvet Revolver“ sein seit 2010 geführtes drittes Bandprojekt „Slash Featuring Myles Kennedy And The Conspirators“ auf steter Betriebstemperatur hält. Ausnahmevokalist Myles Kennedy, nach wie vor parallel Frontmann der amerikanischen Supergroup „Alter Bridge“ sowie auch als Solist zugange, singt sich mit makelloser Mehroktavenstimme unangestrengt durch rund zwei Dutzend Songs. Ein handgeschnürtes Paket der Extraklasse im optimal ausgepegelten Sound aus den drei bislang erschienenen Alben von „The Conspirators“ mit Fokus aufs aktuelle Werk „Living The Dream“ (2018), weiteren Slash-Preziosen sowie auch eine Coverversion von „Guns N’ Roses“ – das von der Besucherschar stürmisch begrüßte wie textsicher mitgesungene „Nighttrain“. Dazu liefert Slash im gewohnten Fashionstyle aus Hut, T-Shirt, Lederhosen und Turnschuhen ein brillantes Solo nach dem anderen, perfekt assistiert von Gitarrist Frank Sidoris, Bassist Todd Kerns und Schlagzeuger Brent Fitz.

Blick in die Sonne

Spielfreudig und fast ausschließlich mit Vollgas prescht das Quintett von der ersten Sekunde an von dem Einstiegssong „The Call Of The Wild“ mehr als zwei Stunden lang durch etliche weitere Rockkracher. Voluminöse Hartmetallbretter wie „Wicked Stone“, „Sugar Cane“, „Back From Cali“ und „Standing In The Sun“ säumen da den Weg. Vergleichsweise ruhig geraten lediglich das bluesig verspielte „The Great Pretender“ sowie der melodisch balladeske Ohrwurm „Starlight“.

Viersaitenzupfer Todd Kerns darf als Hauptsänger gleich zwei Songs im Alleingang bestreiten. Sein eindringlich interpretiertes „Doctor Alibi“ versteht sich als Hommage an den 2015 verstorbenen „Motörhead“-Boss Lemmy Kilmister, der den knackigen Slash-Song einst in der Originalversion mit seiner kratzigen Rockröhre bestritt. Nicht die einzige Würdigung an die anglo-amerikanische Metal-Legende „Motörhead“ bei diesem denkwürdigen Genre-Fest.

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